Apotheker warnt vor Schließungswelle: "Ohne faire Löhne stirbt die lokale Versorgung"
Henry SchmittApotheker warnt vor Schließungswelle: "Ohne faire Löhne stirbt die lokale Versorgung"
Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich diese Woche mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen im Apothekensektor zu sprechen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen finanzielle Schwierigkeiten, faire Löhne sowie die Auswirkungen des Versandhandels auf lokale Dienstleistungen.
Während des Treffens wies Lohmann auf die drohenden Schließungen von Apotheken in ganz Deutschland hin – betroffen seien auch städtische Gebiete wie das nördliche Essen. Er warnte, dass eine eingeschränkte Versorgung vor allem Patienten schaden werde, die auf persönliche Beratung angewiesen seien. Schrumpf erkannte das Problem an, betonte jedoch seine begrenzten Handlungsspielräume als Landespolitiker.
Lohmann kritisierte zudem die feste Abgabegebühr von 8,35 Euro und erklärte, dass Versandapotheken diese durch Rabatte von bis zu zehn Euro unterbieten könnten. Rezeptverkäufe seien für den Erhalt seiner Apotheke entscheidend, forderte er und plädierte für planbare und faire Vergütungsmodelle. Schrumpf stimmte zu, dass bessere Entlohnungen notwendig seien, um lokale Apotheken zu erhalten und die Gehälter der Mitarbeiter zu verbessern.
Beide sprachen auch über die für den 23. März geplanten Proteste, mit denen auf die seit Jahren stagnierenden Gebühren aufmerksam gemacht werden soll. Schrumpf versprach, die Anliegen an Kollegen auf Bundesebene weiterzugeben und die Dringlichkeit der Herausforderungen im Sektor zu betonen.
Themen waren zudem die Notfallversorgung in Apotheken und die allgemeine wirtschaftliche Belastung der Branche. Lohmann wiederholte, dass ohne Anpassungen der Gebühren viele Standorte schließen müssten – mit gravierenden Folgen für die medizinische Grundversorgung in den betroffenen Regionen.
Das Gespräch endete mit Schrumpfs Zusage, sich auf höherer politischer Ebene für den Sektor einzusetzen. Lohmanns Warnungen vor Schließungen und ungleichen Wettbewerbsbedingungen bleiben zwar vorerst ungelöst, doch die angekündigten Proteste könnten die Debatte weiter anheizen. Bis dahin arbeiten die Apotheken unter anhaltendem Finanzdruck und warten auf mögliche politische Lösungen.