BBC stoppt "Die Reparaturwerkstatt" wegen eines umstrittenen Monkhouse-Witzes
Marie FuchsBBC stoppt "Die Reparaturwerkstatt" wegen eines umstrittenen Monkhouse-Witzes
Eine kürzlich restaurierte Folge der Sendung "Die Reparaturwerkstatt" (Originaltitel: The Repair Shop), in der die Witzesammlungen von Bob Monkhouse im Mittelpunkt standen, hat für Kontroversen gesorgt, nachdem die BBC die Ausstrahlung gestoppt hatte. Der Entschluss folgte nach Beschwerden eines Mitarbeiters der Produktionsfirma, der einen handschriftlichen Witz des Komikers als sexistisch einstuft. Die jahrelang verschollenen Bücher – fast zwei Jahrzehnte lang als verloren galt – wurden erst 2022 wiederaufgefunden, doch statt einer Rückkehr feierten sie nun als Zentrum eines öffentlichen Aufschreis ein unrühmliches Comeback.
Bob Monkhouse begann in den frühen 1960er-Jahren, seine Witzesammlungen anzulegen, füllte sie mit Tausenden handschriftlichen Scherzen, Karikaturen und Kritzeleien und trug sie stets bei sich. Bis zu seinem Tod 2003 aktualisierte er sie unermüdlich mit neuem Material. Zwei der Bände verschwanden 1995 auf mysteriöse Weise, woraufhin Monkhouse eine Belohnung für ihre Rückgabe aussetzte. Eineinhalb Jahre später führte ein anonymer Anruf schließlich zu ihrer Bergung.
Die von den Jahren gezeichneten Bücher brachten Monkhouses Adoptivtochter Abigail Williams und sein langjähriger Schreibpartner Colin Edmond 2023 in "Die Reparaturwerkstatt". Das Team restaurierte die wertvollen Hardcover-Archive sorgfältig und bereitete einen Beitrag als Hommage vor. Doch während der Produktion meldete ein Mitarbeiter von Ricochet – der Firma hinter der Sendung – Bedenken wegen eines Witzes, den er als sexistisch empfand. Die BBC strich daraufhin den gesamten Abschnitt aus der Folge.
Die öffentliche Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Britische Medien wie der Daily Mail und The Telegraph kritisierten den Schritt als überzogene Zensur, während sich in den sozialen Netzwerken unter Hashtags wie #BringBackMonkhouse Protest formierte. Bis Mitte 2024 verurteilten über 50.000 Beiträge die Entscheidung, und Petitionen für die Wiedereinführung der Folge sammelten mehr als 100.000 Unterschriften. Der Widerstand hielt bis 2026 an, wobei Kritiker der BBC vorwarfen, sie betreibe Zensur und übertreibe es mit politischer Korrektheit.
Die restaurierten Witzesammlungen, gefüllt mit Material aus den 1960er-Jahren und später, enthielten unter anderem Karikaturen von oberkörperfreien Frauen und Witze, die heute als überholt gelten. Die BBC-Entscheidung, die Folge zurückzuziehen, ließ den Beitrag in der Schwebe – obwohl er ursprünglich als Ehrung gedacht war. Unterdessen schwillt die öffentliche Debatte über den Umgang mit historischem Inhalt und modernen Maßstäben weiter an.






