Bielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Teamwork gegen Jugendkriminalität
Henry SchmittBielefelds neues Jugendjustizzentrum setzt auf Teamwork gegen Jugendkriminalität
In Bielefeld hat ein neues Jugendjustizzentrum seine Türen geöffnet – das achte dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Die Einrichtung, die sich in der Nähe des Hauptbahnhofs befindet, vereint Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe unter einem Dach. Ziel ist es, Jugendkriminalität durch abgestimmte Unterstützung für junge Straftäter einzudämmen.
Das Konzept der Jugendjustizzentren entstand 2009 in Köln, gefolgt von Paderborn im Jahr 2012. Das Paderborner Zentrum begleitet jährlich rund 50 junge Menschen und bietet maßgeschneiderte Maßnahmen an, um Rückfälle zu verhindern. Bundesweit profitieren zwischen 20.000 und 25.000 Jugendliche pro Jahr von ähnlichen Programmen – allein in Hamburg sind es etwa 1.500 Fälle, in Berlin 3.000 und in Bayern 5.000.
Das Bielefelder Zentrum setzt auf individuelle Betreuung: Junge Straftäter sollen die rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns begreifen und gleichzeitig intensive Begleitung erhalten. Polizei, Staatsanwälte und Sozialarbeiter arbeiten dabei eng zusammen – ein Modell, das sich bereits als wirksamer Ansatz zur Reduzierung von Jugendkriminalität bewährt hat. Ein neuntes Zentrum in Duisburg ist bereits in Planung.
Trotz des Ausbaus des Programms gibt es jedoch keine konkreten Daten darüber, wie viele Straftaten dadurch verhindert oder wie viele Jugendliche von einer kriminellen Laufbahn abgehalten wurden.
Das Bielefelder Zentrum ist Teil eines Netzwerks, das Jugendkriminalität durch direkte Interventionen bekämpft. Durch die Kombination aus rechtlicher Aufsicht und sozialer Unterstützung soll nachhaltige Veränderung für gefährdete junge Menschen erreicht werden. Mit einem weiteren Zentrum in Duisburg wird dieser Ansatz in der Region noch stärker verankert.






