25 March 2026, 20:07

Bundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünf-Cent-Rundung

Eine Fünf-Cent-Münze mit der Zahl fünf auf einer weißen Oberfläche.

Bundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünf-Cent-Rundung

Die Bundesbank hat einen Plan vorgelegt, Bargeldzahlungen in Deutschland auf volle fünf Cent zu runden. Mit dem Vorstoß sollen die Kosten gesenkt werden, die mit der Herstellung, Handhabung und dem Transport von Kleingeld verbunden sind. Nach dem Vorschlag würden Preise wie 3,99 Euro auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro beim Barzahlen auf 2,00 Euro abgerundet würden.

Die Idee stößt auf breite Zustimmung: 56 Prozent der Deutschen unterstützen die Änderung. Mehrere andere europäische Länder haben bereits ähnliche Systeme eingeführt, auch wenn kein Land ein- und Zweicent-Münzen ohne eine übergeordnete EU-Entscheidung vollständig abgeschafft hat.

Ziel des Bundesbank-Vorschlags ist es, die Ineffizienz von Kleingeld zu verringern, dessen Produktion und Verteilung oft teurer ist als sein eigentlicher Wert. Nach der neuen Regel würden Bargeldtransaktionen um ein bis neun Cent pro Kauf angepasst. Ein Betrag von 1,97 Euro würde beispielsweise auf 1,95 Euro aufgerundet, während 5,01 Euro auf 5,00 Euro abgerundet würden.

Deutschland wäre nicht das erste Land, das ein solches System einführt. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland runden Bargeldzahlungen bereits. Belgien hebt sich dabei als einziges Land mit einer bundesweiten Regelung hervor: Seit 2019 schreibt die Verordnung Afronding bij contante betaling (Rundung bei Barzahlungen) vor, dass Beträge über zwei Euro gerundet werden müssen. Andere Länder setzen auf freiwillige Lösungen oder beschränken die Rundung auf Steuerberechnungen.

Einige deutsche Händler haben ähnliche Ansätze bereits erprobt. In Nordrhein-Westfalen ermöglichen bestimmte Supermarktketten Kunden, an der Kasse auf volle zehn Cent aufzurunden. Der Plan der Bundesbank würde jedoch die Fünf-Cent-Rundung für alle Bargeldzahlungen verbindlich machen.

Trotz der Bestrebungen hat noch kein EU-Land ein- und Zweicent-Münzen vollständig abgeschafft. Ein solcher Schritt würde eine Genehmigung auf EU-Ebene erfordern, da einzelne Mitgliedstaaten Euro-Münznominale nicht einseitig abschaffen können.

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Wird der Plan der Bundesbank umgesetzt, würden Bargeldtransaktionen vereinfacht und die mit Kleingeld verbundenen Kosten gesenkt. Die Bevölkerung steht dem Vorhaben mehrheitlich positiv gegenüber, und das Modell entspricht bereits in anderen europäischen Ländern gängiger Praxis. Bis auf Weiteres bleiben ein- und Zweicent-Münzen jedoch im Umlauf – bis die EU weitreichendere Entscheidungen trifft.

Quelle