17 April 2026, 06:10

"Circle of Life"-Streit eskaliert: Disney-Komponist verklagt Komiker wegen 20-Millionen-Dollar-Schaden

Schwarze und weiße Illustration einer Gruppe von Löwen in einer Dschungelumgebung mit üppigen Pflanzen und Bäumen, die den Text 'Der König der Löwen' unten zeigt.

"Circle of Life"-Streit eskaliert: Disney-Komponist verklagt Komiker wegen 20-Millionen-Dollar-Schaden

Ein Rechtsstreit hat sich zwischen dem Disney-Komponisten Lebohang Morake, besser bekannt als Lebo M, und dem Komiker Learnmore Jonasi entzündet – und zwar wegen der Übersetzung des ikonischen "Circle of Life"-Gesangs aus "Der König der Löwen". Morake hat Klage eingereicht und behauptet, Jonasis öffentliche Äußerungen hätten ihm einen Schaden von über 20 Millionen Dollar zugefügt. Im Mittelpunkt des Falls steht Jonasis humorvolle, aber umstrittene Interpretation der Zulu- und Xhosa-Texte des Liedes.

Jonasi, ein simbabwischer Stand-up-Comedian, der derzeit durch die USA tourt, übersetzte die berühmten Anfangszeilen in einem Podcast-Auftritt mit den Worten "Schaut mal, da ist ein Löwe. Oh mein Gott". Seine Version sorgte zwar für Lacher, zog aber auch scharfe Kritik von Morake auf sich, der dem Komiker vorwirft, die Bedeutung des Liedes bewusst verfälscht zu haben.

Auslöser der Klage waren Jonasis Äußerungen im "Joe Rogan Experience"-Podcast Anfang 2024. Während einer Diskussion über "Der König der Löwen" präsentierte er eine wörtliche Übersetzung des Gesangs und stellte sie Disneys offizieller Version gegenüber: "Lang lebe der König, wir alle verneigen uns vor dem König." Seine locker vorgetragene – und mit übertriebenen Imitationen vorgetragene – Interpretation ging viral, löste aber auch Gegenreaktionen von Morake und Disney aus.

Morakes Anwälte werfen Jonasi vor, den Gesang absichtlich falsch dargestellt zu haben, um dessen kulturelle Bedeutung zu untergraben. Der Komponist, der Tantiemen aus dem Lied bezieht, behauptet, die Witze hätten seinem Ruf und seinen geschäftlichen Beziehungen zu Disney geschadet. Die Klage fordert 7 Millionen Dollar Strafschadensersatz – zusätzlich zu den 20 Millionen, die bereits als entgangene Einnahmen und Rufschädigung geltend gemacht werden.

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Jonasi reagierte mit einer Mischung aus Überraschung und Humor, nachdem ihm während eines Auftritts die Klageschrift zugestellt worden war. Später schlug er Morake vor, gemeinsam ein Video zu drehen, um die tiefere Bedeutung des Gesangs zu erklären, und präsentierte Comedy als Mittel zur Aufklärung. Morakes Lager lehnte das Angebot jedoch ab und bestehe darauf, dass rechtliche Schritte notwendig seien, um das Erbe des Liedes zu schützen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Jonasi afrikanische Darstellungen in westlichen Medien kritisiert. In seinen Programmen nimmt er häufig Hollywood-Klischees auf den Prüfstand, darunter auch "Der König der Löwen" und dessen Darstellung afrikanischer Kultur. Doch diese Klage markiert das erste Mal, dass seine Satire formelle juristische Konsequenzen nach sich zieht.

Der Fall wird die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit und kulturellem Respekt in der Unterhaltungsbranche ausloten. Morakes Team betont, es gehe darum, die Integrität afrikanischer Kunst im globalen Medienraum zu wahren. Jonasi hingegen beharrt darauf, dass seine Aussagen zur Diskussion anregen sollten – nicht schaden.

Ein Verhandlungstermin steht noch aus, doch der Streit hat bereits die Aufmerksamkeit auf die Komplexität von Übersetzung, Comedy und kulturellem Besitzrecht gelenkt. In einem Punkt sind sich beide Seiten einig: Das Urteil könnte prägend dafür sein, wie Künstler und Komiker künftig mit ikonischen Werken umgehen.

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