Demokratieprojekte an Schulen droht die Streichung – was das für Inklusion bedeutet
Amelie KleinDemokratieprojekte an Schulen droht die Streichung – was das für Inklusion bedeutet
Über 200 Initiativen und NGOs in ganz Deutschland drohen bis Jahresende die Streichung ihrer Förderung. Betroffen sind unter anderem Programme wie "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", das sich gegen Diskriminierung und Extremismus in Klassenzimmern engagiert. Pädagogen und Aktivisten warnen, dass diese Entscheidung die Bemühungen um Demokratieförderung und Inklusion an Schulen untergraben werde.
Die Kürzungen treffen vor allem langfristige Projekte, darunter das "Demokratiefestival" des Kölner Jugendrats. Viele der betroffenen Initiativen arbeiten mit Schulen in Ostdeutschland zusammen, wo der Einfluss rechtsextremer Kräfte in den letzten Jahren gewachsen ist. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) begründete die Umstrukturierung damit, dass das Programm zu stark mit "linksliberalen" Positionen verbunden sei.
Am Kölner Genoveva-Gymnasium koordiniert Lehrer Felix Bjerke das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Rund 90 Prozent seiner Schülerinnen und Schüler haben einen Migrationshintergrund. Seine Schule arbeitet mit Partnerorganisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency zusammen, die Workshops zu Antirassismus, Extremismusprävention und der Bekämpfung von Antisemitismus anbieten.
Bjerke fürchtet, dass der Wegfall der Mittel die demokratische Bildungsarbeit an seiner Schule lahmlegen wird. Ein Bündnis von Gruppen hat die Petition "Schulen nehmen Stellung" gestartet und fordert Politiker auf, Lehrkräfte im Kampf gegen Hass und Diskriminierung zu unterstützen. Die Kürzungen werfen zudem Fragen nach der politischen Neutralität von Lehrkräften auf, da die rechtspopulistische AfD zunehmend demokratiefördernde Initiativen ins Visier nimmt.
Der Entzug der Bundesförderung hinterlässt viele Schulen ohne wichtige Ressourcen, um Extremismus entgegenzuwirken und Inklusion zu fördern. Mit Petitionen und Kampagnen wird nun versucht, die Entscheidung noch vor dem Förderstopp rückgängig zu machen. Ohne ein Umdenken könnten Lehrkräfte wie Bjerke Schwierigkeiten bekommen, Programme aufrechtzuerhalten, die sich gegen Rassismus einsetzen und demokratische Werte vermitteln.






