Deutschlands Wasserinfrastruktur in der Krise: 91 % fürchten Abwasserkatastrophen durch Sabotage und Extremwetter
Moritz KellerDeutschlands Wasserinfrastruktur in der Krise: 91 % fürchten Abwasserkatastrophen durch Sabotage und Extremwetter
Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt tiefe Besorgnis über Deutschlands Wasserinfrastruktur. Die Mehrheit der Befragten hält das Land für schlecht auf Versorgungsengpässe vorbereitet. Nur 3 % bewerten den aktuellen Stand der Vorbereitung als sehr gut.
Die Ergebnisse unterstreichen Ängste vor physischer Sabotage, Cyberangriffen und Extremwetterereignissen, die die Trinkwasser- und Abwassersysteme gefährden könnten. Experten fordern nun dringend stärkere Maßnahmen, um die Widerstandsfähigkeit der kritischen Infrastruktur zu verbessern.
Laut der Umfrage glauben 63 % der Bundesländer in Deutschland, dass die Nation auf Wassernotfälle entweder schlecht oder überhaupt nicht vorbereitet ist. Weitere 67 % sorgen sich um physische Sabotageakte, während 66 % Cyberangriffe auf die Wasserinfrastruktur fürchten. Besonders alarmierend: 91 % sehen Störungen in Abwassersystemen als ernsthafte Bedrohung – Extremwetter, Sabotage und technische Ausfälle gelten als größte Risiken.
Branchenvertreter setzen sich für ganzheitliche Lösungen ein. Philipp Eisenmann, Ausstellungsleiter, und Wolf Merkel vom DVGW betonen die Notwendigkeit eines kombinierten Ansatzes, der physischen Schutz, Cyberresilienz und Klimaanpassung umfasst, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Der Kongress 'Security Under Control', der am 17. und 18. März in Duisburg stattfindet, widmet sich diesen Herausforderungen. Dort werden praxisnahe Lösungen in den Bereichen OT-Sicherheit, NIS-2-Konformität, Bedrohungserkennung und Resilienzstrategien vorgestellt. Themen sind unter anderem sichere Netzwerkarchitekturen, Identitätsmanagement sowie neue regulatorische Anforderungen wie der 'Cyber Resilience Act'.
Parallel positioniert sich die IFAT München, eine Fachmesse, als Drehscheibe für widerstandsfähige Infrastruktur. Im Fokus stehen sichere und zukunftsfeste Wasser- und Abwassersysteme. Auch Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, fordert eine Neuausrichtung der Wasserversorgungssicherheit aus einer übergeordneten sicherheitspolitischen Perspektive.
Umfrage und Expertengespräche verdeutlichen die wachsende Unruhe über Deutschlands Wasserinfrastruktur. Angesichts steigender physischer und digitaler Bedrohungen wird der Bedarf an besserem Schutz und Anpassung immer dringlicher. Veranstaltungen wie der 'Security Under Control'-Kongress und die IFAT München sollen konkrete Strategien zur Stärkung der Resilienz liefern.
STRABAG erwirbt WTE, um die Resilienz der Wasserversorgung zu stärken
STRABAG hat WTE Wassertechnik GmbH erworben, um seine Kompetenzen im Bereich Wasserversorgung zu stärken. Die am 2. März 2026 bekannt gegebene Übernahme erweitert das Unternehmen Expertise in der Ingenieurleistung, der Anlagenbau und dem langfristigen Betrieb von Wassersystemen.
- Die technischen Fähigkeiten von WTE werden in die bestehenden Projekte von STRABAG integriert und stärken dessen Rolle als 'Komplettanbieter' für Wasserversorgung.
- Die Übernahme passt zur Strategie 2030 von STRABAG, die darauf abzielt, weltweit führend in nachhaltigen und widerstandsfähigen Wasserlösungen zu werden.
- Der CEO betont: 'Wasserinfrastruktur ist ein zentraler Zukunftsmarkt', und hebt die Bedeutung dieser Maßnahme für die Bewältigung wachsender Sicherheits- und Klimarisiken hervor.