DGB warnt: NRW-Schulen leiden unter chronischer Unterfinanzierung trotz Rekordhaushalt
Amelie KleinDGB fordert mehr Geld für Schulen in NRW trotz Rekordbudget - DGB warnt: NRW-Schulen leiden unter chronischer Unterfinanzierung trotz Rekordhaushalt
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Bildungsfinanzierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) scharf kritisiert und moniert, dass die Ausgaben weit hinter dem zurückbleiben, was Schulen tatsächlich benötigen. Obwohl die Landesregierung einen Rekordhaushalt von über 43 Milliarden Euro für den Bildungsbereich bis 2026 hervorhebt, zeigt eine aktuelle Studie: Für viele Schüler bleibt die Realität düster – besonders im Ruhrgebiet, wo zahlreiche Kinder und Jugendliche grundlegende Standards in Kernfächern nicht erfüllen.
Eine Untersuchung des Finanzexperten Torsten Windels im Auftrag des DGB belegt, dass NRW bei den Bildungsinvestitionen im Vergleich zu anderen Bundesländern zurückfällt. In den vergangenen zwölf Jahren lag die Investitionsquote bei nur 10,1 Prozent – während sie in Bayern 16,2 Prozent und in Baden-Württemberg 15,4 Prozent betrug. Windels betont, dass zwar der Haushalt gewachsen sei, die Ausgaben für Bildung jedoch nicht im gleichen Maße stiegen. Die Folge: Schulen bleiben chronisch unterfinanziert.
Besonders prekär ist die Lage im Ruhrgebiet. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass etwa ein Drittel der Grundschüler die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreicht, bevor sie auf weiterführende Schulen wechseln. Bis zum Ende der zehnten Klasse verschärft sich das Problem: 85 Prozent der Schüler verfehlen dann die geforderten Sprachkompetenzen.
Anja Weber, Landesvorsitzende des DGB NRW, wies die Regierungsangaben zu Fortschritten zurück und erklärte, die Rekordhaushaltszahlen "verschleierten das eigentliche Problem". Die Gewerkschaft fordert seit Langem höhere Investitionen und verweist auf eine Studie aus dem Jahr 2023, der zufolge NRW in den kommenden zehn Jahren 156 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln benötige, um das Bildungssystem zu modernisieren. Windels drängt die Landesregierung nun, die neuen finanziellen Spielräume des Bundes zu nutzen und einen Milliarden-Sonderfonds anzuzapfen, um die Lücken zu schließen.
Der DGB warnt: Ohne einen deutlichen Anstieg der Mittel werde NRW seine eigenen Bildungsziele nicht erreichen können. Besonders Schulen im Ruhrgebiet stehen vor drängenden Herausforderungen, da weiterhin zu viele Schüler in zentralen Fächern schlechte Leistungen zeigen. Der Gewerkschaftsbericht macht eine Kluft zwischen Haushaltsankündigungen und den tatsächlichen Bedürfnissen von Schülern und Lehrkräften deutlich.






