13 March 2026, 14:07

Erzbistum Paderborn deckt 489 Missbrauchsfälle zwischen 1941 und 2002 auf

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der katholischen Kirche dokumentiert, einschließlich Bildern von ihren Rumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Bischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Erzbistum Paderborn deckt 489 Missbrauchsfälle zwischen 1941 und 2002 auf

Das Erzbistum Paderborn hat 489 Fälle sexuellen Missbrauchs zwischen 1941 und 2002 aufgedeckt. Bischof Udo Markus Bentz bezeichnete die Erkenntnisse als Beleg für ein institutionelles Versagen der Kirche. Er hat die Opfer seitdem um Vergebung gebeten und das Ausmaß des Leidens anerkannt.

Der Skandal war erstmals 2010 ans Licht gekommen, als der umfangreiche Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland bekannt wurde. Seither arbeiten Diözesen bundesweit an der Aufarbeitung. Allein im Erzbistum Paderborn wurden in der jüngsten Untersuchung 210 beschuldigte Täter identifiziert.

Ein 2023 erstellter Bericht der Kanzlei Feigen und Graf hatte Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt zuvor als nicht glaubwürdig zurückgewiesen. Nun hat das Erzbistum jedoch zugesagt, seine Rolle im Rahmen einer laufenden unabhängigen Untersuchung erneut zu prüfen. Detaillierte Fallstatistiken seit 2023 bleiben zwar unveröffentlicht, doch interne Überprüfungen werden fortgesetzt.

Reinhold Harnisch, Sprecher des Opferverbands, begrüßte die Entschuldigung von Bischof Bentz. Er unterstützte zudem Forderungen, Straßen und öffentliche Plätze umzubenennen, die Degenhardt und einen weiteren früheren Kardinal, Lorenz Jaeger, ehren. Unterdessen hat das Erzbistum nach eigenen Angaben bis Donnerstag 93 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen an Überlebende geleistet.

Die Ergebnisse der Studie wurden zusammen mit einer thematisch unrelateden Bemerkung präsentiert, was die Aufmerksamkeit auf den Umgang der Kirche mit der Krise lenkte. Bischof Bentz betonte die Notwendigkeit von Transparenz und Rechenschaftspflicht für die Zukunft.

Das Erzbistum Paderborn hat sich zu weiteren Untersuchungen verpflichtet, darunter eine genauere Prüfung der früheren Führung. Die Entschädigungen für Überlebende belaufen sich mittlerweile auf 93 Millionen Euro, doch das volle Ausmaß der jüngeren Fälle bleibt unklar. Die Reaktion der Kirche wird weiterhin unter öffentlicher und rechtlicher Beobachtung stehen.

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