Frau täuscht eigene Entführung vor – und erpresst ihren Ehemann um 5.000 Euro
Henry SchmittProzess: Frau simuliert ihre eigene Entführung beim Ehemann - Frau täuscht eigene Entführung vor – und erpresst ihren Ehemann um 5.000 Euro
Frau, die eigene Entführung vortäuschte, um Geld von Ehemann zu erpressen – Bewährungsstrafe
Eine Frau, die ihre eigene Entführung inszenierte, um von ihrem Mann Geld zu erpressen, hat vor dem Landgericht Köln eine Bewährungsstrafe erhalten. Wie im Prozess deutlich wurde, handelte sie aus schwerer Depression und finanzieller Not heraus. Ihr Ehemann, der um ihr Leben fürchtete, überwies die geforderte Summe, bevor die Polizei den Betrug aufdeckte.
Der Vorfall begann, als der Mann über WhatsApp Nachrichten erhielt, in denen behauptet wurde, seine Frau sei entführt worden. Die Absender drohten, er solle 5.000 Euro überweisen – andernfalls riskiere er ihr Leben. In Sorge um seine Frau kam er der Forderung nach und alarmierte anschließend die Polizei.
Die Behörden leiteten eine großangelegte Operation ein: Sie überwachten Telefonverbindungen und durchsuchten weite Gebiete. Später inszenierte die Frau ihre eigene "Befreiung" und tauchte in der Nähe des Kölner Doms auf. Bei ihrer Festnahme hatte sie fast 5.000 Euro Bargeld bei sich.
Vor Gericht gestand die Angeklagte die Taten. Sie schilderte, dass eine Spiel- und Shopping-Sucht sie in Schulden von 20.000 Euro getrieben habe. Zudem litt sie unter einer schweren Depression und könne sich nicht mehr genau daran erinnern, wie sie den Plan ausgearbeitet habe.
Trotz des Vorfalls vergab ihr ihr Mann und beglich ihre ausstehenden Schulden. Das Gericht verurteilte sie schließlich zu 14 Monaten Haft auf Bewährung wegen erpresserischer Drohung und Vortäuschens einer Straftat.
Die Frau entging damit einer sofortigen Haftstrafe, muss sich jedoch an die Auflagen der Bewährung halten. Ihr Fall zeigt, zu welchen extremen Mitteln Menschen unter finanziellem und psychischem Druck greifen können. Die Entscheidung ihres Mannes, ihr zu verzeihen und ihre Schulden zu tilgen, bildete einen unerwarteten Abschluss des Geschehens.






