Ist Sienna Rose echt oder ein KI-Konstrukt? Die rätselhafte Soulsängerin polarisiert
Moritz KellerAI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Ist Sienna Rose echt oder ein KI-Konstrukt? Die rätselhafte Soulsängerin polarisiert
Die Soulsängerin Sienna Rose steht im Mittelpunkt einer wachsenden Debatte über KI-generierte Musik. Mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify stellt sich die Frage: Ist sie eine echte Künstlerin oder ein künstliches Konstrukt? Untersuchungen von Fans und Journalisten haben Widersprüche aufgedeckt, die die Spekulationen weiter anheizen.
Auf ihrem Spotify-Profil präsentiert sich Sienna Rose als junge Frau mit Afro-Look und tiefbraunen Augen – beschrieben als "Geschichtenerzählerin des Herzens". Doch ihre schnelle Veröffentlichung zahlreicher Songs, das Fehlen von Live-Auftritten und eine kaum vorhandene Social-Media-Präsenz lassen Internet-Detektive an ihrer Echtheit zweifeln. Einige Spuren führen zum Label Nostalgic Records und zum KI-Spezialisten Maksim Muravjov, der für die Erschaffung KI-gestützter Musikacts bekannt ist.
Die Rätsel vertieften sich, als eine ältere Version von Sienna Rose auftauchte: eine rothaarige US-Country-Sängerin mit minimalen Streams, die mit demselben Label und Produzenten in Verbindung gebracht wurde. Nachdem ein Rechercheteam des Bayerischen Rundfunks diesen Verbindungen nachging, verschwand das ursprüngliche Profil der Rothaarigen aus den sozialen Medien – übrig blieb nur die Afro-tragende Sienna Rose auf Spotify.
Die Debatte gewann an Fahrt, als Selena Gomez einen Song von Sienna Rose in einem Instagram-Post teilte und damit spöttische Viral-Reaktionen sowie neue Zweifel auslöste. Der bekannte YouTuber Rick Beato warf Spotify später vor, KI-generierte Musik aus Profitinteresse zu pushen, und verwies auf Studien, wonach 97 Prozent der Hörer nicht zwischen echten und künstlichen Tracks unterscheiden können. Unterdessen reagieren Streaming-Plattformen: Spotify plant die Einführung von DDEX-Metadaten zur Kennzeichnung von KI-Inhalten, Apple Music verlangt nun "Transparenz-Tags" zur Offenlegung von KI-Beteiligungen, und Deezer setzt Erkennungstools ein, um betrügerische KI-Uploads zu blockieren.
Trotz der zunehmenden Prüfung gibt es bisher keinen endgültigen Beweis oder ein Interview, das Sienna Roses wahre Natur klärt. Schätzungen zufolge könnten ihre Macher mit ihren Streams über 2.000 Euro pro Woche – oder mehr als eine Million im Jahr – einnehmen.
Der Fall Sienna Rose zeigt die Schwierigkeiten auf, KI-generierte Künstler in der Musikbranche zu identifizieren. Streaming-Dienste führen zwar neue Maßnahmen zur Kennzeichnung und Erkennung ein, doch ohne handfeste Beweise bleibt ihre Geschichte ungeklärt. Die Debatte dauert an, während Hörer und Experten gleichermaßen nach Antworten über ihre Herkunft suchen.