Krefeld will bis 2026 flächendeckende Ganztagsbetreuung für alle Erstklässler schaffen
Henry SchmittKrefeld will bis 2026 flächendeckende Ganztagsbetreuung für alle Erstklässler schaffen
Krefeld treibt seine Pläne voran, bis zum Schuljahr 2026/27 eine ganztägige Betreuung für alle Erstklässler anzubieten. Die Stadt hat sich bereits einer Klage gegen den Landtag von Nordrhein-Westfalen angeschlossen, um gegen die Regelungen zu Finanzierung und Organisation vorzugehen. Gleichzeitig prüfen die Verantwortlichen Übergangslösungen, um die steigende Nachfrage bis zum Stichtag zu bewältigen.
Seit dem Schuljahr 2018/19 hat Krefeld das Angebot an Nachmittagsbetreuung schrittweise ausgebaut. Durch die jährliche Einrichtung von 15 zusätzlichen Gruppen stieg die Zahl der verfügbaren Plätze von 3.058 auf 5.862 – damit sind derzeit 64 Prozent des Bedarfs abgedeckt. Langfristig strebt die Stadt eine Abdeckung von 80 Prozent an, um den prognostizierten Anforderungen gerecht zu werden.
Stadtdirektor Markus Schön bekräftigt das Ziel, die gesetzliche Verpflichtung zur ganztägigen Betreuung umzusetzen. Allerdings warnt er vor finanziellen Herausforderungen, da die Kommune die Hälfte der Betriebskosten tragen muss. Um die Belastung zu verringern, könnte die Gruppengröße um bis zu zwei Kinder erhöht werden.
Für Standorte, die kein vollständiges Verpflegungsangebot bereitstellen können, wird eine vorübergehende Betreuung bis 14 Uhr in Betracht gezogen. Die Verpflichtung wird schrittweise ausgeweitet und umfasst langfristig alle Grundschulklassen. Krefeld gehört zu mehreren Städten in NRW, die das Fördermodell des Landes vor den Verwaltungsgerichten anfechten.
Die Klage der Stadt unterstreicht die anhaltenden Spannungen bei der Finanzierung des Ganztagsausbaus. Angesichts der weiterhin höheren Nachfrage als das Angebot steuert Krefeld zwischen kurzfristigen Lösungen und langfristiger Expansion. Das Ergebnis des Rechtsstreits könnte maßgeblich beeinflussen, wie andere Kommunen mit ähnlichen Verpflichtungen umgehen.