Kriminelles Netzwerk entsorgt jahrelang illegalen Sondermüll in NRW und an niederländischer Grenze
Amelie KleinKriminelles Netzwerk entsorgt jahrelang illegalen Sondermüll in NRW und an niederländischer Grenze
Großrazzia in Nordrhein-Westfalen deckt kriminelles Netzwerk zur illegalen Entsorgung von Sondermüll auf
Eine umfangreiche Ermittlung in Nordrhein-Westfalen hat ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt, das über mehrere Standorte hinweg gefährlichen Abfall illegal entsorgt haben soll. Die Behörden untersuchen den Fall bereits seit eineinhalb Jahren und gehen dem Verdacht nach, dass kontaminierte Erde und falsch deklarierter Müll in Industriegebieten verklappt wurden – auch in der Nähe der niederländischen Grenze.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Abfallhändler aus Unna, dem nun vorgeworfen wird, illegale Deponien betrieben, mit gefährlichen Stoffen unsachgemäß umgegangen und organisierten Betrug begangen zu haben. Den Ermittlern zufolge sollen der Beschuldigte und seine Komplizen seit Januar 2024 giftige Abfälle angenommen, vermischt und umetikettiert haben, um sowohl Kunden als auch Aufsichtsbehörden zu täuschen.
Bei einer Durchsuchung des Fahrzeugs des Verdächtigen wurden 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände sichergestellt. Der Mann ist bereits wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vorbestraft und stand zuvor in Verbindung mit einem Fall rund um die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen.
Zu den betroffenen Orten gehört auch der Tagebau Garzweiler, wo illegale Abfallentsorgung vermutet wird. Auf einem weiteren Gelände, einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze, wurden etwa 23.000 Tonnen belastete Erde abgeladen. Der Beschuldigte soll laut Angaben im Vertrieb eines Recyclingunternehmens in Soest tätig gewesen sein, das auch in Bottrop aktiv war.
Die Stadt Gelsenkirchen leitet nun rechtliche Schritte nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ein, um Hersteller und Lieferanten für die Entsorgung des Abfalls zur Verantwortung zu ziehen. Zwar sollen mehrere Abfall-, Transport- und Baufirmen in die Machenschaften verwickelt sein, doch bisher wurden neben Unternehmen in Bottrop und Datteln keine weiteren namentlich genannt.
Die Ermittlungen dauern an, wobei die Behörden das volle Ausmaß des Netzwerks und mögliche Umweltschäden klären wollen. Die rechtlichen Schritte Gelsenkirchens deuten auf ein strengeres Vorgehen gegen Verstöße im Abfallmanagement hin, während die Vorstrafen des Beschuldigten Fragen nach der Branchenaufsicht aufwerfen.