14 March 2026, 12:07

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Kampf um Demokratie

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift 'Gerechtigkeit für Belarus' auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Kampf um Demokratie

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem renommierten Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen ausgezeichnet worden. Die Ehrung erfolgt nach ihrer Entlassung aus der Haft im Dezember 2025, wo sie eine fünfjährige Gefängnisstrafe wegen ihres politischen Engagements verbüßt hatte. Die Preisverleihung fand in einer feierlichen Zeremonie im historischen Krönungssaal von Aachen statt.

Kolesnikowa war erstmals 2020 inhaftiert worden, nachdem sie sich geweigert hatte, Belarus zu verlassen – trotz massiven Drucks seitens der Behörden. Statt ins Exil zu gehen, zerriss sie an der Grenze ihren Pass und erklärte damit ihren unerschütterlichen Willen, im Land zu bleiben. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie wegen ihrer Rolle bei den Protesten gegen das Regime von Präsident Alexander Lukaschenko.

Ihre Freilassung im Dezember 2025 fiel zusammen mit der von 123 weiteren politischen Gefangenen, ein Schritt, den manche als Versuch Belarusslands deuteten, sich von Russland zu distanzieren. Kurz darauf nahm das Land Anfang 2026 eine Einladung an, einem von den USA initiierten "Friedensrat" beizutreten. Dennoch warnten UN-Experten, dass viele der freigelassenen Häftlinge mit Abschiebung oder Ausweisung rechnen müssten, während die digitale Unterdrückung anhielt – etwa durch die Blockade ausländischer Suchmaschinen und unabhängiger Medien.

Der seit 1950 verliehene Karlspreis würdigt Verdienste um die europäische Einigung. Zu den früheren Preisträgern zählt unter anderem der ehemalige EZB-Präsident Mario Draghi, der 2023 ausgezeichnet wurde. Die diesjährige Jury lobte Kolesnikowas "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das autoritäre Regime. Nach ihrer Freilassung gewährte ihr Deutschland politisches Asyl und bietet ihr damit Schutz für ihr weiteres Engagement.

Kolesnikowas Auszeichnung unterstreicht ihren langjährigen Kampf gegen Lukaschenkos Regierung, die nach wie vor eng mit Russland verbunden ist. Obwohl sie in Freiheit ist, sehen sich sie und andere Aktivisten weiterhin Repressionen ausgesetzt, da Belarus die Kontrolle über Medien und digitale Freiheiten weiter verschärft. Ihr Asyl in Deutschland gibt ihr nun eine Plattform, um sich weiterhin für demokratischen Wandel einzusetzen.

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