Neuer Chefredakteur soll die Kölnische Rundschau durch die Krise führen
Moritz KellerNeuer Chefredakteur soll die Kölnische Rundschau durch die Krise führen
Die Kölnische Rundschau hat in den vergangenen fünf Jahren einen Leserrückgang von etwa 28 Prozent verzeichnet – von 250.000 auf 180.000 im Jahr 2026. Nun beginnt für die Zeitung eine neue Phase unter Jens Meifert, einem langjährigen Journalisten, der als neuer Chefredakteur berufen wurde. Die Personalie ist Teil einer umfassenden Umstrukturierung innerhalb der Kölner Stadt-Anzeiger-Mediengruppe.
Jens Meifert, ausgebildeter Politikwissenschaftler, arbeitet seit 1998 bei der Kölnische Rundschau und hat über Jahrzehnte die lokale Berichterstattung geprägt. 2021 übernahm er das Kölner Stadtressort, im Mai 2025 stieg er zum stellvertretenden Chefredakteur auf. Seine Ernennung zum Zeitungschef wurde von Gerald Selch, dem Chefredakteur der Kölner Stadt-Anzeiger Medien, begrüßt, der Meiferts Führungskompetenz und preisgekrönten Journalismus hervorhob.
Ziel der Restrukturierung ist es, den regionalen Fokus der Kölnischen Rundschau zu stärken und gleichzeitig durch gemeinsame Ressourcen Kosten zu sparen. Künftig wird die Redaktion im selben Newsroom wie der Kölner Stadt-Anzeiger arbeiten, behält aber ihre eigene redaktionelle Identität. Dieser Ansatz spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Während die digitale Reichweite – etwa mit 60 Millionen monatlichen Online-Besuchen der Gruppe – wächst, sinken die Auflagen der Printausgaben.
Trotz rückläufiger Leserzahlen bleibt die Kölnische Rundschau im Mittelfeld der nordrhein-westfälischen Regionalzeitungen. Konkurrenten wie die Rheinische Post (300.000 Leser) oder die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (220.000) stehen vor ähnlichen digitalen Herausforderungen. Die Mediengruppe betreibt zudem lokale Anzeigenblätter und Radiosender, die ein breites Publikum in Köln und der Region erreichen.
Meiferts Führung wird die Kölnische Rundschau durch die neue Struktur begleiten – zwischen Sparmaßnahmen und redaktioneller Eigenständigkeit. Die Zukunft der Zeitung hängt davon ab, ihre regionale Stimme zu bewahren und sich gleichzeitig in die gemeinsamen Abläufe der Mediengruppe einzufügen. Sollte dieses Modell gelingen, könnte es anderen kämpfenden Lokalzeitungen als Vorbild für den digitalen Wandel dienen.