13 March 2026, 06:08

Nordrhein-Westfalens Landwirte kämpfen um ihre Existenz – 30 Prozent weniger Einkommen

Ein altes Buch mit dem Titel "Journal d'Agriculture Pratique" und einem Bild einer Farm auf dem Cover.

Nordrhein-Westfalens Landwirte kämpfen um ihre Existenz – 30 Prozent weniger Einkommen

Landwirte in Nordrhein-Westfalen stehen vor einem drastischen Einkommensrückgang – bereits im zweiten Jahr in Folge. Prognosen zufolge werden die Erträge im aktuellen Wirtschaftsjahr um 30 Prozent einbrechen. Auch für 2025/26 bleibt die Lage düster: Bei konventionellen Vollerwerbsbetrieben sind weitere Einbußen zu erwarten.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat ihre jüngste Einkommensprognose veröffentlicht. Demnach werden konventionelle Vollerwerbsbetriebe im Jahr 2025/26 durchschnittlich 73.311 Euro pro Betrieb erwirtschaften – ein Rückgang um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Daten basieren auf dem NRW-Buchführungsnetz Landwirtschaft.

Für viele Familienbetriebe liegen die Gewinne damit bei etwa 70.000 Euro – ein Betrag, der kaum die Lebenshaltungskosten, Steuern und Kreditraten deckt. Für Investitionen bleibt nichts übrig, sodass die Existenz vieler Höfe gefährdet ist. Von Expansion kann keine Rede sein.

Die Prognose ist mit großen Unsicherheiten verbunden. Risikofaktoren wie Tierseuchen oder eine Zuspitzung geopolitischer Konflikte – etwa die anhaltenden Spannungen im Iran – könnten die Einkommen weiter drücken.

Während sich die Studie auf konventionelle Betriebe konzentriert, liegen für Öko-Landwirte in der Region keine spezifischen Daten vor. Bundesweit hat der Bio-Markt in Deutschland jedoch bereits ein Volumen von über 18 Milliarden Euro erreicht. Trotz dieser Nachfrage kann die heimische Produktion nicht mithalten.

Die finanzielle Belastung der Landwirte verschärft sich zusehends: Die Erträge reichen kaum noch, um grundlegende Ausgaben zu decken. Ohne Besserung droht dem Sektor weitere Instabilität. Die Prognosen der Landwirtschaftskammer unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf, um Familienbetriebe und Vollerwerbslandwirte zu erhalten.

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