16 April 2026, 04:07

Pflegenotstand in NRW: Städte kämpfen mit überlasteten Heimen und Fachkräftemangel

Zeichnung eines mehrstöckigen Gebäudes mit zahlreichen Fenstern und einem Schornstein, das als Psychiatrische Klinik in Deutschland identifiziert wird, mit handgeschriebener Schrift auf dem Papier.

Pflegenotstand in NRW: Städte kämpfen mit überlasteten Heimen und Fachkräftemangel

Städte in Nordrhein-Westfalen stehen vor wachsenden Herausforderungen in der Langzeitpflege. In Düsseldorf ist mittlerweile jeder zehnte Einwohner auf solche Leistungen angewiesen – eine höhere Quote als in vielen Nachbarregionen. Auch Mönchengladbach kämpft mit ähnlichen Problemen, die unter anderem auf die Arbeiterklasse-Vergangenheit der Stadt und eine überalterte Bevölkerung zurückzuführen sind.

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Im Mönchengladbacher Caritas-Pflegeheim in Holt ist die Nachfrage stark angestiegen, was zu langen Wartelisten führt. Um den Personalmangel zu bekämpfen, hat die Einrichtung Fachkräfte aus dem Ausland angeworben, darunter Abigail Blas, eine Pflegekraft von den Philippinen. Blas arbeitete dort, um Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig ihre Familie in der Heimat zu unterstützen.

Viele Bewohner wie Ewald Overs benötigten jahrelang Pflege, bevor sie einen Platz erhielten. Overs hilft sogar bei anfallenden Aufgaben mit, wenn das Personal knapp ist. Die Situation spiegelt einen übergeordneten Trend wider: Fast 90 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in der Region werden noch zu Hause versorgt. Prognosen zufolge wird ihre Zahl jedoch bis 2050 auf 1,6 Millionen steigen.

Helmut Wallrafen vom Mönchengladbacher Sozialamt fordert einen Wandel hin zu einer quartiersnahen Pflege. Er schlägt eine engere Zusammenarbeit zwischen professionellen Pflegekräften und Ehrenamtlichen vor, um die Belastung zu verringern. Auch Düsseldorfs Pflegeheime setzen zunehmend auf internationale Rekrutierung, um Fachkräftemangel zu beheben.

Der steigende Pflegebedarf in beiden Städten zwingt die Einrichtungen zum Umdenken. Die Anwerbung von ausländischem Personal und die Einbindung von Freiwilligen sind mittlerweile zentrale Strategien, um die Nachfrage zu bewältigen. Da die häusliche Pflege weiterhin dominiert, suchen lokale Behörden nach Wegen, die Versorgung angesichts der alternden Bevölkerung langfristig zu sichern.

Quelle