Renault revolutioniert seine Batterie-Lieferkette mit Kreislaufwirtschaft und Tauschsystem
Amelie KleinRenault revolutioniert seine Batterie-Lieferkette mit Kreislaufwirtschaft und Tauschsystem
Renault gestaltet seine Batterie-Lieferkette grundlegend um und betrachtet Batterien nicht länger als Wegwerfteile, sondern als wertvolle Vermögenswerte. Im Mittelpunkt der Strategie des Unternehmens steht die Kreislaufwirtschaft – mit dem Ziel, Stillstandszeiten zu verkürzen und die Effizienz im gesamten Netzwerk zu steigern. Kürzlich erläuterte Israfil Beker, Verantwortlicher für die Lieferkette, diese Ansätze in einem Interview mit Automotive Logistics.
Batterien machen mittlerweile bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs aus. Um dies widerzuspiegeln, hat Renault eine Lieferkette aufgebaut, in der Händler, Reparaturwerkstätten, Lager und Recyclingbetriebe gleichzeitig als Lieferanten und Kunden agieren. Ziel ist ein vollvernetztes 360-Grad-Modell, das einen reibungslosen Teilestrom in alle Richtungen gewährleistet.
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, Fahrzeuge möglichst ohne Unterbrechung auf der Straße zu halten. Renault hat sich zum Ziel gesetzt, die Stillstandszeit pro Fahrzeug auf maximal 15 bis 20 Tage zu begrenzen. Um dies zu erreichen, führte das Unternehmen ein Batterie-Tauschsystem ein: Defekte Einheiten werden umgehend ersetzt, während die ursprüngliche Batterie parallel repariert wird. Diese Methode reduziert Verzögerungen, erfordert jedoch eine präzise Abstimmung.
Echtzeit-Tracking bleibt eine Hürde. Die Partner im Netzwerk nutzen unterschiedliche ERP-, WMS- und TMS-Systeme, was zu uneinheitlicher Datentransparenz führt. Regulatorische Komplexitäten erschweren die Situation zusätzlich, da Batterien als Gefahrgut eingestuft werden und die Vorschriften sich unvorhersehbar ändern können.
Durch Kreislaufwirtschaft gelingt es Renault, den Lagerdruck zu mindern. Durch Wiederverwendung und Recycling von Batterien vermeidet das Unternehmen Überbestände und sichert gleichzeitig eine stetige Versorgung mit hochwertigen Komponenten. Bisher liegen jedoch keine bestätigten Berichte vor, in welchen europäischen Märkten – falls überhaupt – das Tauschprogramm seit Bekers Präsentation 2023 eingeführt wurde.
Renaults Strategie zielt darauf ab, Batterien als langfristige Investitionen und nicht als austauschbare Teile zu behandeln. Das 360-Grad-Lieferkettenmodell und das Tauschsystem sollen Kosten und Ausfallzeiten senken, auch wenn weiterhin Herausforderungen bei Datenmanagement und regulatorischen Rahmenbedingungen bestehen. Der Fokus liegt derzeit darauf, die Logistik weiter zu optimieren, um Fahrzeuge effizient in Bewegung zu halten.






