Solingen gedenkt 29 Jahre nach dem rassistischen Brandanschlag auf Familie Genç
Henry SchmittSolingen gedenkt 29 Jahre nach dem rassistischen Brandanschlag auf Familie Genç
Am Sonntag, dem 29. Mai, findet um 18:00 Uhr in Solingen eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Brandanschlags auf die Familie Genç im Jahr 1993 statt. Die diesjährige Zeremonie ist die erste öffentliche Zusammenkunft nach einer zweijährigen Pause aufgrund der Pandemie.
Die Veranstaltung wird am Mahnmal vor dem Mildred-Scheel-Berufskolleg in der Beethovenstraße 225 stattfinden. Organisiert wird sie von der Stadt Solingen, dem Bündnis für Toleranz und Zivilcourage sowie der Familie Genç selbst.
Am 29. Mai 1993 kamen bei dem rassistisch motivierten Brandanschlag auf das Wohnhaus der Familie Genç fünf Menschen ums Leben – drei junge Mädchen und zwei Frauen. Viele weitere Familienmitglieder erlittenschwere körperliche und seelische Verletzungen, unter denen sie bis heute leiden.
Als Reaktion auf den Anschlag startete Solingen Initiativen zur Bekämpfung von Rassismus und zur Förderung der Integration. Dazu gehören Gedenkstätten, Bildungsprogramme und zivilgesellschaftliche Organisationen. Zwar lässt sich die genaue Wirkung auf die Gemeinschaft nur schwer messen, doch die Stadt setzt sich weiterhin mit dem Erbe des Anschlags auseinander.
Bei der diesjährigen Gedenkfeier werden Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Ayşegül Gökçen Karaarslan und Polizeidirektorin Dr. Ilka Werner Reden halten. Zudem sind eine Koranrezitation durch Imam Eyüp Aydeniz, ein Gebet sowie Beiträge von Jugendlichen geplant.
Die Veranstaltung markiert den 29. Jahrestag des Anschlags und erinnert an dessen anhaltende Folgen. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, teilzunehmen, der Tragödie zu gedenken und sich über die fortlaufenden Bemühungen zur Förderung von Toleranz in Solingen auszutauschen.






