Solingen setzt auf Zeitarbeit für Corona-Kontaktverfolgung – und erntet scharfe Kritik
Amelie KleinSolingen setzt auf Zeitarbeit für Corona-Kontaktverfolgung – und erntet scharfe Kritik
Die Fraktion BfS/ABI hat Bedenken gegen die Praxis der Stadt Solingen geäußert, für die COVID-19-Kontaktverfolgung eine Zeitarbeitsfirma einzusetzen. Die Arbeit sei von zentraler Bedeutung, werde jedoch schlecht bezahlt, argumentiert die Gruppe. Sie wirft dem Solinger Verwaltungsvorstand vor, durch den Verzicht auf die Einstellung qualifizierten Personals nach Tarifvertrag Lohndumping zu betreiben.
Auch Jan Salewski von der Bürgergemeinschaft für Solingen e.V. kritisierte die Entscheidung der Stadt, für diese Aufgabe auf eine Zeitarbeitsfirma zurückzugreifen. Die Agentur bietet für die Tätigkeit in der Kontaktverfolgung einen Bruttostundenlohn von 11,00 Euro an – ein Satz, der unter der niedrigsten Entgeltgruppe 1 des öffentlichen Dienst-Tarifvertrags liegt.
Die Fraktion fragt, warum Beschäftigte eine so geringe Bezahlung für eine gesellschaftlich äußerst wichtige Arbeit akzeptieren sollten. Statt auf prekäre Lösungen zu setzen, solle die Stadt geschultes Personal zu fairen Löhnen einstellen.
Der Streit wirft grundsätzliche Fragen zu Bezahlung und Arbeitsbedingungen von Kontaktverfolgerinnen und Kontaktverfolgern auf. Sowohl die Fraktion als auch lokale Kritiker lehnen das Vorgehen der Stadt ab. Der angebotene Lohn bleibt dabei der zentrale Streitpunkt.






