Streit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Warum Anwohner protestieren
Marie FuchsStreit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Warum Anwohner protestieren
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
Am Donnerstagabend wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungs- und -hilfezentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die Einrichtung ist Teil einer umfassenderen Strategie, um die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof und angrenzende öffentliche Bereiche zu verbessern. Doch der gewählte Standort stößt bereits jetzt auf starken Widerstand bei Anwohnern und Schulen.
Die Stadt hat für dieses Jahr 3,3 Millionen Euro für das Projekt bereitgestellt, das sich am "Zürcher Modell" orientiert – einem strukturierten Ansatz zur Suchthilfe. Trotz der Kritik betonen Verantwortliche, dass das Zentrum dringend benötigte Betreuung und Unterstützung für Menschen mit Suchtproblemen bieten werde.
Das geplante Zentrum soll schrittweise in Betrieb gehen, beginnend in diesem Sommer. Zunächst werden Beratungsangebote, grundlegende medizinische Versorgung und psychiatrische Hilfe angeboten. Langfristig könnte die Einrichtung – in Anlehnung an das Zürcher Modell mit seinem dezentralen Ansatz – auch einen begrenzten, kontrollierten Konsumraum einrichten.
Stadtvertreter argumentieren, dass das Zentrum den öffentlichen Drogenkonsum verringern und die Sicherheit im Umfeld des Hauptbahnhofs erhöhen werde. Eine engere Betreuung der Suchtkranken solle zudem die Belastung für die umliegenden Straßen mindern. Doch die "Bürgerinitiative Eisenstraße" hat bereits über 2.200 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt und bezeichnet den Standort als "inakzeptabel".
Kritiker, darunter auch die Initiative, werfen der Stadt vor, dass der geplante Konsumraum gegen geltendes Recht verstoße. Sie fordern stattdessen mehr Polizeipräsenz statt schadensmindernder Maßnahmen. Die schwarz-grüne Koalition in Düsseldorf bleibt jedoch bei ihrer Entscheidung und verweist auf die Erfolgsbilanz des Zürcher Modells, das dort öffentliche Räume entlastet und die Wiedereingliederung von Suchtkranken unterstützt habe.
Bei der Veranstaltung am Donnerstag werden Vertreter aus der Sozialberatung und der Straßenarbeit anwesend sein. Ihre Aufgabe wird es sein, auf die Bedenken der Anwohner einzugehen und die Funktionsweise des Zentrums zu erläutern. Die Stadt hofft, durch den Dialog Vorbehalte abzubauen – auch wenn skeptische Stimmen weiterhin Zweifel an der langfristigen Wirkung des Projekts äußern.
Trotz anhaltender Widerstands wird das Drogenhilfezentrum in Oberbilk wie geplant umgesetzt. Mit den bereits bewilligten 3,3 Millionen Euro sollen die Angebote schrittweise eingeführt werden, beginnend mit Beratung und medizinischer Hilfe. Die Ergebnisse der Donnerstagsveranstaltung könnten zeigen, ob noch weitere Anpassungen nötig sind, um die Sorgen der Bevölkerung zu berücksichtigen.