Untersuchung zu rituellem Missbrauch in Bistümern findet keine Belege
Marie FuchsUntersuchung: Keine Beweise für rituelle Missbrauchsfälle in Diözesen - Untersuchung zu rituellem Missbrauch in Bistümern findet keine Belege
Umfangreiche Untersuchung zu Vorwürfen rituellen sexuellen Missbrauchs in deutschen Bistümern findet keine Belege
Eine detaillierte Untersuchung zu Vorwürfen rituellen sexuellen Missbrauchs in mehreren deutschen Bistümern hat keine belastbaren Beweise erbracht. Die Anschuldigungen betrafen hochrangige Kirchenvertreter, darunter drei Kardinäle, doch Psychologen vermuten nun, dass es sich bei den Erinnerungen um falsche Erinnerungen handeln könnte. Der Bericht, der in gekürzter Fassung veröffentlicht werden soll, stützt sich auf Gespräche mit Betroffenen und Fachgutachten.
Die von der Kölner Kanzlei Feigen-Graf geleitete Untersuchung prüfte die Bistümer Münster, Essen, Paderborn, Hildesheim sowie das Erzbistum Köln. Zu den Beschuldigten zählten prominente Persönlichkeiten wie Franz Kardinal Hengsbach, Joseph Kardinal Höffner und Joachim Kardinal Meisner. Trotz der Schwere der Vorwürfe – darunter Vergewaltigungen, erzwungene Abtreibungen und Tötungsdelikte – konnten keine glaubwürdigen Beweise gefunden werden.
Die Psychologinnen Silvia Gubi-Kelm und Petra Wolf analysierten die Schilderungen und kamen zu dem Schluss, dass die Erinnerungen an rituellen Missbrauch wahrscheinlich falsch sind. Ihre Bewertung deutet darauf hin, dass Therapeuten während früherer Beratungen Einfluss auf die Betroffenen genommen haben könnten. Die Untersuchung kritisierte zudem frühere Beratungsstellen für organisierte sexuelle und rituelle Gewalt und warf ihnen vor, ungerechtfertigte Überzeugungen verstärkt zu haben.
Obwohl der Bericht betont, dass denjenigen, die sich gemeldet haben, kein Vorwurf zu machen ist, stellt er klar, dass sich keine schweren Straftaten von Priestern oder Bischöfen bestätigen ließen. Die Ergebnisse werden in anonymisierter Form veröffentlicht, um die Identitäten zu schützen.
Die Schlussfolgerungen der Untersuchung bringen einen langjährigen Komplex von Ermittlungen zu beunruhigenden Vorwürfen zum Abschluss. Da keine Beweise gefunden wurden, rückt nun in den Fokus, wie sich solche Anschuldigungen verbreiten konnten und welche Rolle Beratungspraktiken dabei spielten. Der gekürzte Bericht wird als abschließende Dokumentation des Falls dienen.






