24 March 2026, 14:08

Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejews dramatisches Leben und seine Flucht aus Russland

Vier junge Balletttänzerinnen in weißen Kleidern tanzen auf einer Bühne mit einer gemalten Kulisse aus Bäumen und Himmel in Schwarz-Weiß.

Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejews dramatisches Leben und seine Flucht aus Russland

Ein mutiges Ballett über Rudolf Nurejews turbulentes Leben feierte 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater Premiere. Unter der Regie des Choreografen Juri Possochow und des Regisseurs Kirill Serebrennikow entstanden, wurde die Produktion später in Russland verboten. Die Handlung zeichnet Nurejews Weg nach – von seiner dramatischen Geburt im Transsibirien-Express bis zu seinem Tod 1993 in Paris.

Nurejew kam 1938 als Sohn baschkirisch-tatarischer Eltern während einer Zugfahrt in der Nähe des Baikalsees zur Welt. Seine außergewöhnliche Karriere führte ihn von der Sowjetunion zu weltweitem Ruhm, bevor er mit 55 Jahren an den Folgen von AIDS starb. Sein Nachlass, darunter Kunstwerke alter Meister und Bühnenkostüme, wurde 1995 versteigert.

Die Bühnenbilder des Balletts spiegeln sein extravagantes Leben wider – mit Thonet-Stühlen, Sofas von Maria Callas und sogar einem Nachbau seiner italienischen Insel. Der erste Akt zeigt eindrucksvoll seine Flucht nach Frankreich und seine zwiespältigen Gefühle gegenüber Russland. Der Finale, der seinen Tod markiert, besticht durch kraftvolle Ensemble- und Soloauftritte.

Kritiker bemängelten jedoch, dass der zweite Akt an Schwung verlor – belastet von überladener Theatralik und plumpem Humor. Trotz künstlerischer Verdienste löste die Produktion von Anfang an Kontroversen aus. Serebrennikow, 2017 unter Hausarrest, konnte die Premiere nicht besuchen.

Bis 2023 führten Russlands verschärfte Gesetze gegen "LGBT-Propaganda" zum Verbot des Balletts am Bolschoi. Die Behörden begründeten dies mit der Darstellung von Homosexualität und Cross-Dressing als Verstoß gegen die Gesetze zu "nicht-traditionellen Werten". Seit 2022 verschärfte sich die Zensur weiter, mit breiteren Einschränkungen für LGBTQ+-Themen in Kunst und Medien.

Possochow, zwar in der Ukraine geboren und heute US-Bürger, arbeitet weiterhin mit dem Bolschoi zusammen. Serebrennikow hingegen floh 2022 angesichts zunehmender Repression aus Russland. Das Verbot des Balletts steht exemplarisch für die wachsenden Einschränkungen der künstlerischen Freiheit – Werke werden landesweit aus Theatern und Buchhandlungen entfernt.

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Das Nurejew-Ballett bleibt eine packende Darstellung von Widerstand und Tragik eines Tänzers. Sein Verbot in Russland unterstreicht die verschärfte Kontrolle über kulturellen Ausdruck durch die jüngsten Gesetze. Sein Erbe lebt nun jenseits der Heimat weiter – ein Zeugnis von Nurejews anhaltendem Einfluss und den Herausforderungen, vor denen Künstler heute stehen.

Quelle