Weidemilch ist nicht gleich Weidemilch – worauf Verbraucher achten müssen
Moritz KellerWeidemilch ist nicht gleich Weidemilch – worauf Verbraucher achten müssen
Nicht jede Weidemilch hält gleiche Tierwohl-Standards ein
Obwohl der Begriff "Weidemilch" auf frei grasende Kühe hindeutet, unterscheiden sich die Vorgaben je nach Siegel deutlich. Verbraucher:innen mögen zwar höhere Tierwohl-Standards vermuten – doch wie die Milchkühe tatsächlich gehalten werden, variiert stark.
Kühe, deren Milch als Weidemilch vermarktet wird, müssen mindestens 120 Tage im Jahr auf der Weide verbringen, davon täglich mindestens sechs Stunden. Doch was in den verbleibenden 245 Tagen geschieht, bleibt für Kund:innen oft unklar. Manche Tiere stehen auch dann noch im Stall – teils sogar angebunden.
Auf die Siegel kommt es an Allein das "3"-Logo garantiert noch keinen Weidegang – es sei denn, es handelt sich explizit um Weidemilch. Anders sieht es bei Kennzeichen wie "Pro Weideland", "Für mehr Tierschutz" (Premium-Stufe) oder Bio-Siegeln aus: Hier ist das Anbinden generell verboten. Auch die Haltungsform-Stufen 3, 4 und 5 auf Weidemilch-Verpackungen schließen die Anbindungshaltung aus.
Sabine Klein von der Verbraucherzentrale NRW weist auf diese Unterschiede in der Haltungspraxis hin. Die Organisation bietet ausführliche Informationen auf ihrer Website unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/35574. Bildmaterial der Verbraucherzentrale darf unter Angabe des Copyright-Hinweises kostenfrei genutzt werden.
Da der Begriff "Weidemilch" rechtlich nicht geschützt ist, gibt es keine einheitlichen Standards. Wer sichergehen will, wie die Kühe außerhalb der Weidezeit leben, sollte die Siegel genau prüfen. Die Verbraucherzentrale NRW hilft mit Ratgebern, die verschiedenen Optionen zu durchschauen.






