Wohnbauprojekt in Willich spaltet Anwohner: 200 Wohnungen auf Moltkedorf-Gelände geplant
Amelie KleinWohnbauprojekt in Willich spaltet Anwohner: 200 Wohnungen auf Moltkedorf-Gelände geplant
Ein geplantes Wohnbauprojekt in Willich hat bei Anwohnern massiven Widerstand ausgelöst. Die Stadt will auf dem 2,9 Hektar großen Gelände Moltkedorf, das bisher als Flüchtlingsunterkunft und Grünfläche genutzt wurde, 200 neue Wohnungen errichten. Kritiker befürchten, dass das Vorhaben den Verkehr verschärft, Grünflächen reduziert und das Gesicht des Viertels verändern wird.
Das Moltkedorf-Gelände, auf dem sich derzeit eine Flüchtlingsunterkunft befindet, die bis Ende des Jahres geschlossen werden soll, ist für eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und mehrgeschossigen Wohngebäuden vorgesehen. Die Planung sieht eine Hofbebauung mit Grünflächen vor, die über die Moltkestraße durch ein einseitig angelegtes Ringsystem erschlossen werden soll. Auch Stellplätze und Garagen sind Teil des Konzepts.
Anwohner äußern zahlreiche Bedenken, insbesondere zur Größe des Projekts. Viergeschossige Gebäude sollen direkt an Kleingärten grenzen, was Ängste vor Verschattung und Verlust der Privatsphäre schürt. Viele sorgen sich zudem um mehr Verkehr, Parkplatzmangel und Verzögerungen für Rettungsfahrzeuge.
Ökologische Aspekte stehen im Mittelpunkt der Kritik. Lokale Initiativen betonen, wie wichtig Grünflächen für die Kühlung des Gebiets, die Regenwasserspeicherung und die Artenvielfalt seien. Sie kritisieren den Verlust öffentlicher Grünflächen, darunter einen geschützten Streifen entlang der Moltkestraße 31–35. Über 70 Anwohner haben eine gemeinsame Stellungnahme unterzeichnet, in der sie die aktuelle Planung ablehnen und Änderungen fordern – insbesondere im Hinblick auf Klimafolgenanpassung und die Auswirkungen auf das Viertel.
Die Stadt steht vor der Herausforderung, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die Sorgen der Bürger zu Verkehr, Grünflächen und Bebauungsdichte zu berücksichtigen. Das Moltkedorf-Projekt bleibt umstritten, während Anwohner auf Nachbesserungen drängen. In den kommenden Monaten sind weitere Gespräche zwischen Verwaltung und Bürgerschaft geplant.






