Arnsbergs Kardinal-Jaeger-Straße steht vor Umbenennung wegen Missbrauchsskandal
Henry SchmittArnsbergs Kardinal-Jaeger-Straße steht vor Umbenennung wegen Missbrauchsskandal
Eine Straße in Arnsberg könnte bald ihren Namen verlieren, nachdem lokale Parteien eine Umbenennung gefordert haben. Die Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim ehrt Lorenz Jaeger, einen ehemaligen Erzbischof, dem nun Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen wird. Der Vorstoß folgt auf eine Mitte März veröffentlichte Studie, die Fehlverhalten während seiner Amtszeit als Leiter des Erzbistums Paderborn von 1941 bis 1973 aufdeckte.
Die SPD- und CDU-Ortsverbände in Arnsberg haben sich zusammengeschlossen, um die Umbenennung der Straße zu fordern. Beide Parteien berufen sich auf den jüngsten Missbrauchsbericht, der Jaeger und seinem Nachfolger vorwirft, Fälle systematisch verschleiert zu haben. Eine öffentliche Versammlung am 20. April soll Anwohnerinnen und Anwohner in die Auswahl eines neuen Namens einbeziehen.
Die CDU hat sich öffentlich von dem verstorbenen Kardinal distanziert und unterstützt gemeinsam mit der SPD die Suche nach einem Ersatz. Ähnliche Diskussionen gibt es in Werl und Wenden, wo Straßen mit Jaegers Namen ebenfalls auf dem Prüfstand stehen. In Werl wurden die Bürger bereits befragt.
Die Stadträte in Werl und Wenden wollen im Mai über die Umbenennung abstimmen. Auch Paderborn hat angekündigt, eine Straße und einen Platz, die mit Jaeger verbunden sind, umzubenennen – weitere Details zu anderen Standorten stehen jedoch noch aus.
In Arnsberg wird das Umbenennungsverfahren unter Beteiligung der Bevölkerung vorangetrieben. Falls beschlossen, verschwindet Jaegers Name damit aus dem öffentlichen Raum mehrerer Städte. Die Entscheidungen spiegeln die Erkenntnisse der Missbrauchsstudie sowie die lokale Ablehnung seines Erbes wider.






