Biogas-Förderpaket kommt zu spät: Tausende Anlagen drohen das Aus
Neues Biogas-Paket soll flexible Stromerzeugung fördern – doch viele Anlagen stehen vor dem Aus
Ein Ende 2024 vereinbartes Biogas-Förderpaket zielt darauf ab, Anlagen zu stärken, die flexibel Strom ins Netz einspeisen. Die Initiative kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Tausende deutsche Biogasanlagen verlieren in den nächsten Jahren ihre 20-jährige Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Bis 2031 fallen fast 8.000 der rund 10.000 landwirtschaftlichen Biogasanlagen in Deutschland aus der EEG-Förderung. Die Familie Bennings, Betreiber des Benninghof-Standorts, hat bereits eines ihrer fünf Blockheizkraftwerke (BHKW) abschalten müssen, nachdem die Förderung auslief. 2023 scheiterte ihr Antrag auf einen Anschlusszuschuss – wie viele andere auch – an der Bundesnetzagentur.
Der Benninghof hatte jährlich etwa 700 MWh Erdgas durch Biogas-Wärme ersetzt, muss nun aber wieder auf fossile Brennstoffe für die Beheizung zurückgreifen. Trotz dieses Rückschlags planen die Bennings, ihren Standort Maria Veen für eine flexible, bedarfsgerechte Stromerzeugung auszubauen und sich an künftigen Ausschreibungen zu beteiligen.
Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Biogas bis 2040 etwa die Hälfte des Strombedarfs in wind- und sonnenarmen Phasen decken könnte. Experten schätzen, dass bis zu 50 Prozent des verbleibenden Strombedarfs Deutschlands bundesweit durch Biogas gedeckt werden könnten. Allein in Nordrhein-Westfalen erzeugen bereits rund 1.100 Anlagen wetterunabhängig flexiblen Strom und Wärme.
Doch die EU-Kommission hat das neue Biogas-Gesetz noch nicht genehmigt – die Betreiber befinden sich damit in einer rechtlichen Grauzone. Zwar bietet das Förderpaket Perspektiven für eine flexible Energieerzeugung, doch Verzögerungen bei der EU-Zulassung und auslaufende Subventionen belasten die Anlagenbetreiber weiter. Viele, wie die Familie Bennings, müssen nun abwägen, wie es weitergeht, während die Branche auf klare Regelungen wartet.
