Bochums Autobahnkirche Hamme steht für 780.000 Euro zum Verkauf – doch wer rettet das Bauhaus-Juwel?
Henry SchmittBochums Autobahnkirche Hamme steht für 780.000 Euro zum Verkauf – doch wer rettet das Bauhaus-Juwel?
Historische Kirche in Bochums Stadtteil Hamme für 780.000 Euro zu verkaufen
Die als Autobahnkirche Ruhr bekannte Kirche im Bochumer Stadtteil Hamme steht für 780.000 Euro zum Verkauf. Das Gebäude dient Reisenden auf der Autobahn A40 als Raststätte – doch seine Zukunft ist ungewiss, da die Eigentümergemeinde mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft.
Die Epiphaniasgemeinde, der die Kirche gehört, hat sich in den vergangenen Jahren mit einer Nachbargemeinde zusammengeschlossen. Durch sinkende Mitgliederzahlen und rückläufige Besucherzahlen ist der Unterhalt zweier Kirchen zur finanziellen Belastung geworden. Trotz der Herausforderungen darf das Gebäude wegen seines Denkmalschutzes nicht abgerissen werden.
Im Stil des Bauhaus entworfen, besticht die Kirche durch einen markanten dunklen Backsteinturm mit einem Banner, auf dem Rast und Kraft schöpfen steht. Im Inneren erwarten Besucher eine Orgel, originale Gussstahlglocken aus den 1930er-Jahren sowie ein dreistöckiges Gemeinschaftszentrum, dessen Etagen jeweils fast 140 Quadratmeter umfassen. Der Raum steht täglich Reisenden offen, die nach stiller Einkehr suchen.
Über seine Funktion als Gotteshaus hinaus ist die Kirche Schauplatz jährlicher Veranstaltungen, darunter einer Gedenkfeier für Verkehrsopfer und besonderer Andachten für Motorradfahrer. Die mit dem Verkauf beauftragte Immobilienagentur Weyel Bochum schlägt vor, das Gebäude künftig auch für kulturelle Aufführungen und Zusammenkünfte zu nutzen.
Offiziell als Autobahnkirche anerkannt wurde die Kirche 2010 und ist seitdem Teil der Route der Industriekultur. Ihr einzigartiger Status und architektonischer Wert steigern ihre Attraktivität – doch ein neuer Eigentümer muss die denkmalschutzrechtlichen Auflagen beachten. Zum Kaufpreis kommen zusätzliche Kosten für Maklergebühren und Notardienstleistungen hinzu. Ob die Kirche weiterhin als Raststätte und Veranstaltungsort dient, hängt davon ab, wie ihre neuen Verantwortlichen denkmalschutzrechtliche Vorgaben mit praktischer Nutzung in Einklang bringen.






