22 March 2026, 02:06

BP beschleunigt Umstrukturierung: Ölpreise steigen, Raffinerie in Gelsenkirchen verkauft

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP beschleunigt Umstrukturierung: Ölpreise steigen, Raffinerie in Gelsenkirchen verkauft

BP treibt Umstrukturierung voran – Ölpreise steigen, Energiemärkte in Turbulenzen

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Der britische Energiekonzern BP beschleunigt seine weitreichende Umstrukturierung, während die Ölpreise stark anziehen und die globalen Energiemärkte mit Störungen kämpfen. Das Unternehmen hat seine Sparziele verschärft und verkauft Vermögenswerte, um die Finanzen zu stabilisieren. Zu den jüngsten Maßnahmen gehören der Verkauf einer Raffinerie in Deutschland und eine Aussperrung in einem wichtigen US-Werk.

Die Probleme des Konzerns begannen 2020, als BP ein umfassendes Restrukturierungsprogramm auf den Weg brachte. Seither ist der Börsenwert von rund 100 Milliarden US-Dollar auf 80 bis 90 Milliarden US-Dollar Anfang 2026 gesunken. Schwankende Ölpreise, der Druck zum Umstieg auf erneuerbare Energien, gekürzte Dividenden und geopolitische Spannungen belasten die Performance.

Die Ölmärkte wurden durch Blockaden in der Straße von Hormus erschüttert, wodurch fast 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggastransporte (LNG) zum Erliegen kamen. Der Preis für Brent-Rohöl kletterte jüngst auf 112 US-Dollar pro Fass und verstärkt so den Handlungsdruck für BPs finanzielle Sanierung. Das Unternehmen strebt nun an, die strukturellen Kosten bis 2027 um 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar zu senken – deutlich mehr als ursprünglich geplant.

Um liquide Mittel zu beschaffen, verkauft BP seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Transaktion betrifft einen Standort mit 1.800 Beschäftigten und einer Jahreskapazität von 12 Millionen Tonnen und könnte Schulden in Höhe von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar abbauen. Analysten der HSBC reagierten mit einer Hochstufung der BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" und hoben das Kursziel an.

Bis 2027 plant der Konzern Desinvestitionen im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar, wobei bereits mehr als die Hälfte umgesetzt wurde. Gleichzeitig führte ein Tarifkonflikt in der Whiting-Raffinerie im US-Bundesstaat Indiana zur Aussperrung von 800 Gewerkschaftsmitarbeitern. Die Unternehmensführung betont, die Produktion werde davon nicht stark beeinträchtigt. In einem separaten Schritt erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, um ausländische Schiffe bei der Entlastung von Engpässen in der heimischen Lieferkette einzusetzen.

Mit den jüngsten Maßnahmen will BP seine Bilanz inmitten steigender Ölpreise und sich wandelnder Energienachfrage stärken. Der Raffinerieverkauf und die Kostensenkungen könnten die Cashflow-Situation verbessern, doch bleiben Herausforderungen bestehen, während das Unternehmen Marktvolatilität und operative Störungen bewältigt. Analysten beobachten genau, ob diese Schritte die finanzielle Stabilität langfristig sichern können.

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