Geheime Castor-Route kurzzeitig online – Transport sorgt für Aufsehen
Amelie KleinGeheime Castor-Route kurzzeitig online – Transport sorgt für Aufsehen
Pläne für einen bevorstehenden Castor-Transport in Deutschland haben öffentliche Aufmerksamkeit erregt, nachdem die offiziellen Routen kurzzeitig online veröffentlicht wurden. Die von der Jülich Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) organisierte Lieferung soll Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor in Jülich zu einem Zwischenlager nach Ahaus bringen. Die Behörden entfernten die Details später wieder – sie waren weniger als einen Tag lang auf einer Regierungsplattform einsehbar gewesen.
Die Routen für den Atomtransport waren von Mittwochabend bis Donnerstag auf der Digitalen Plattform für Unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums zu sehen. Dort war eine Drohnenflug-Sperrzone entlang von Autobahnen in Nordrhein-Westfalen ausgewiesen, die sich von Jülich bis Ahaus erstreckt. Die Flugbeschränkungen sollen vom 20. bis 27. März 2026 gelten.
Offiziell gelten solche Transportrouten als geheimhaltungsbedürftig. Warum die Informationen kurzzeitig veröffentlicht wurden, bleibt unklar. Der Transport sorgt für Besorgnis, da Castor-Transporte oft als mögliche Terrorziele oder Kristallisationspunkte für Proteste gelten.
Für den 19. März 2026 ist in Ahaus eine öffentliche Dialogveranstaltung geplant. Vertreter der Behörden und Experten des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit werden daran teilnehmen; die Sitzung wird auch per Livestream übertragen.
Der Transport soll unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden, darunter die Drohnenflugverbote. In einer öffentlichen Diskussion sollen vor Beginn der Lieferung Fragen geklärt werden. Weitere Details zu Sicherheitsprotokollen, Protesten oder rechtlichen Herausforderungen wurden bisher nicht bekannt gegeben.






