Bundeswehr will Frauenanteil verdoppeln – doch die Ziele bleiben ambitioniert
Henry SchmittBundeswehr will Frauenanteil verdoppeln – doch die Ziele bleiben ambitioniert
Bundeswehr will Anteil von Soldatinnen deutlich erhöhen
Die deutschen Streitkräfte streben eine höhere Frauenquote in ihren Reihen an. Seit 2001 sind alle militärischen Positionen für Frauen geöffnet, doch ihr Anteil liegt in nicht-medizinischen Bereichen weiterhin unter zehn Prozent. Ein neues Gesetz setzt nun das Ziel, mindestens 20 Prozent Frauen in der Truppe zu erreichen.
Friederike Krüger durchbrach gesellschaftliche Erwartungen lange vor modernen Reformen. Während der Napoleonischen Kriege diente sie in der 4. Kompanie des 1. Bataillons des 9. Infanterie-Regiments – verkleidet als Mann. Ihre wahre Identität flog auf, als ihre hohe Stimme sie verriet, doch ihre Tapferkeit brachte ihr das Eiserne Kreuz ein und die Erlaubnis, weiterzudienen.
Ihr Vermächtnis lebt bis heute fort. Krüger wurde mit militärischen Ehren auf dem St.-Georgen-Friedhof in Templin beigesetzt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Straßen in Friedland, Templin und Großbeeren tragen ihren Namen. Zudem gibt es Pläne, die Hindenburg-Kaserne in Munster nach ihr umzubenennen.
Trotz Fortschritten liegt der Frauenanteil in der Bundeswehr derzeit bei knapp über 13 Prozent. Das Soldatinnen- und Soldaten-Gleichstellungsgesetz zielt darauf ab, diese Zahl zu verdoppeln – bisher verfehlte die Armee jedoch ihre eigenen Vorgaben.
Die Umbenennung der Munster-Kaserne soll Krügers historischen Einsatz würdigen. Gleichzeitig arbeitet die Bundeswehr weiter daran, ihre Ziele zur Geschlechtervielfalt zu erreichen. Aktuelle Zahlen zeigen langsame, aber stetige Fortschritte bei der Steigerung des Frauenanteils.
