22 March 2026, 00:09

Castor-Transport aus Jülich beginnt trotz Proteste und offener Rechtsfragen

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, während er von maskierten Personen umgeben ist, die Taschen halten, mit Gebäuden, einer Straßenlaterne, Flaggen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Castor-Transport aus Jülich beginnt trotz Proteste und offener Rechtsfragen

Deutschland bereitet die Verlegung von 152 Castor-Behältern mit radioaktivem Abfall vom Forschungszentrum Jülich vor – nach jahrzehntelanger Verzögerung. Die ersten Transporte sollen bereits nächste Woche beginnen, obwohl rechtliche und politische Streitigkeiten noch andauern. Der Atommüll lagert seit der Stilllegung des Versuchsreaktors 1988 auf dem Gelände.

Der Jülicher Reaktor wurde 1988 abgeschaltet, doch sein nuklearer Abfall blieb vor Ort zurück. Über 40 Jahre lang wurde das Material in einem Zwischenlager aufbewahrt, obwohl die Genehmigung der Anlage bereits 2013 auslief. Es folgte ein langwieriger Rechtsstreit: Das Forschungszentrum weigerte sich, die Lagerung vor Ort zu verlängern, während lokale Behörden den Abtransport blockieren wollten.

Als neuer Zwischenlagerstandort wurde Ahaus bestimmt – doch auch dessen Genehmigung läuft 2036 aus. Die 152 Castor-Behälter sollen in mehr als 50 Einzeltransporten verlagert werden, ein Vorhaben, das auf massiven Widerstand stößt. Sowohl die Stadt Ahaus als auch Atomkraftgegner hatten versucht, die Verbringung zu verhindern, doch ihre Klagen wurden am 2. März 2026 vom Gericht abgewiesen.

Unterdessen hat die Debatte über die Kernenergie in Deutschland neue Brisanz gewonnen. Politiker wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron fordern eine Neubewertung der Atomkraft. Kleine modulare Reaktoren (SMR) werden als mögliche Alternative diskutiert, bisher ist jedoch keiner in Betrieb. Eine dauerhafte Lösung für die Endlagerung des Atommülls steht indes weiterhin aus.

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Die ersten Transporte aus Jülich sollen nun bald starten, doch in Ahaus ist noch kein einziger Behälter eingetroffen. Der Prozess wird sich über zahlreiche Fahrten hinziehen, während die langfristige Zukunft des Mülls ungewiss bleibt. Rechtliche und politische Konflikte haben die Maßnahmen jahrelang verzögert – doch jetzt soll der Abtransport beginnen.

Quelle