Cum-Ex-Skandal: Verfahren gegen Ex-Warburg-Chef Olearius eingestellt – doch der Kampf um 40 Millionen geht weiter
Moritz KellerCum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher Straftaten von Banker Olearius - Cum-Ex-Skandal: Verfahren gegen Ex-Warburg-Chef Olearius eingestellt – doch der Kampf um 40 Millionen geht weiter
Das Strafverfahren gegen Christian Olearius, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von M.M. Warburg & Co., wurde aufgrund seines Gesundheitszustands endgültig eingestellt. Damit endet ein langjähriger Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem Cum-Ex-Skandal, dem größten Steuerbetrugsfall in der Geschichte Deutschlands. Dennoch steht nun eine neue Verhandlung an, in der entschieden werden soll, ob 40 Millionen Euro an mutmaßlichen illegalen Gewinnen von ihm eingezogen werden.
Christian Olearius führte die M.M. Warburg Bank über Jahre hinweg und stand im Verdacht, zwischen den frühen 2000er-Jahren und 2016 Steuerrückerstattungsgeschäfte mit Dividenden organisiert zu haben. Durch diese Transaktionen soll der deutsche Staat um mehr als 200 Millionen Euro betrogen worden sein. Ein Hamburger Gericht urteilte 2024, dass Olearius persönlich für 47,5 Millionen Euro Schadensersatz haften muss, da er die fraglichen Geschäfte mitgestaltet hatte.
Der Cum-Ex-Skandal gilt als der umfangreichste Steuerhinterziehungsfall der deutschen Wirtschaftsgeschichte und hat die Steuerzahler Milliarden gekostet. Zwar muss sich Olearius nun nicht mehr strafrechtlich verantworten, doch das Landgericht Bonn wird die Einziehung seines Vermögens neu prüfen müssen. Der Bundesgerichtshof hatte ein früheres Urteil gekippt und damit eine erneute Prüfung des 40-Millionen-Euro-Anspruchs erzwungen.
Olearius wird an der anstehenden Verhandlung nicht teilnehmen. Die Staatsanwaltschaft treibt die Vermögenseinziehung weiter voran, doch seine Schuld im Skandal bleibt offiziell ungeklärt.
Die Einstellung des Strafverfahrens schließt ein Kapitel im Cum-Ex-Fall, doch der finanzielle Streit bleibt bestehen. Die Entscheidung des Bonner Gerichts über die Einziehung der 40 Millionen Euro wird darüber entscheiden, ob Olearius die mit dem Skandal in Verbindung stehenden Gelder behalten darf. Das Ergebnis wird zudem Präzedenzcharakter für andere hochrangige Beteiligte des Systems haben.






