Vonovia wächst 2025 kräftig – doch Mieter protestieren gegen steigende Mieten
Moritz KellerVonovia auf Wachstumskurs - Schulden schneller reduzieren - Vonovia wächst 2025 kräftig – doch Mieter protestieren gegen steigende Mieten
Vonovia, Europas größter Wohnimmobilienkonzern, verzeichnet 2025 ein kräftiges Wachstum. Die Gewinne des Unternehmens stiegen deutlich – angetrieben durch höhere Mieten, Immobilienverkäufe und Zusatzdienstleistungen. Gleichzeitig kündigte der Konzern an, seine Schulden schneller als ursprünglich geplant abzubauen.
Die positiven Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Vonovia wegen stark steigender Mieten in der Kritik steht. Mieterverbände werfen dem Unternehmen vor, die Kosten für Wohnraum zu drastisch zu erhöhen.
Der operative Gewinn von Vonovia kletterte 2025 um 6,0 % auf 2,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn legte um 5,3 % auf 1,54 Milliarden Euro zu. Die Dividende soll um drei Cent auf 1,25 Euro pro Aktie steigen.
Das Portfolio des Konzerns wuchs bis Ende des Jahres auf rund 570.000 verwaltete Wohnungen – gegenüber 531.000 eigenen Einheiten in Deutschland, Schweden und Österreich. Der Gesamtwert der Immobilien belief sich auf 84,4 Milliarden Euro. Ein Großteil dieses Wachstums geht auf große Übernahmen zurück, darunter die 2021 erfolgte Übernahme der Deutschen Wohnen, die etwa 115.000 Wohnungen in Berlin hinzufügte.
Die durchschnittliche Monatsmiete in Vonovias Beständen stieg auf 8,38 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 4,6 % gegenüber 2024. In ganz Deutschland lag der Durchschnitt bei 8,19 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von knapp 4 % entspricht. Die Erhöhungen stoßen auf Widerstand: Der Deutsche Mieterbund bezeichnet sie als "drastisch" und fordert strengere Mieterschutzregelungen.
Trotz regulatorischer Hürden – wie der inzwischen gescheiterten Berliner Mietendeckel oder EU-weiten Mieterrechten – expandiert Vonovia weiter. Aktuell baut das Unternehmen 4.200 neue Wohnungen und plant langfristig, auf eigenen Flächen über 65.000 weitere zu errichten. Die Belegschaft wuchs 2025 um 5,4 % auf 12.700 Mitarbeiter.
Seit 2020 hat Vonovia seine Position als Europas größter Wohnungsvermieter gefestigt. Konkurrenten wie LEG Immobilien oder TAG Immobilien verwalten deutlich weniger Einheiten, während internationale Mitbewerber wie Icade in Frankreich oder Befimmo in Belgien in weit kleinerem Maßstab agieren.
Die Geschäftsentwicklung 2025 spiegelt sowohl Wachstum als auch anhaltende Herausforderungen wider. Zwar haben höhere Gewinne und ein expandierendes Portfolio die Marktführerschaft von Vonovia gestärkt, doch die Mietpreiserhöhungen sorgen für Konflikte mit Mietervertretern. Mit dem Vorhaben, die Schulden schneller abzubauen und den Wohnungsbestand auszuweiten, steht das Unternehmen nun vor der Aufgabe, Rentabilität mit regulatorischen und sozialen Anforderungen in Einklang zu bringen.






