FDP nach Wissings Austritt: Liberale suchen neuen Kurs vor Parteitag
Henry SchmittFDP nach Wissings Austritt: Liberale suchen neuen Kurs vor Parteitag
Volker Wissing hat die FDP nach dem Scheitern von Bundeskanzler Olaf Scholz' Ampelkoalition verlassen. Er bleibt zwar als parteiloses Mitglied im Kabinett, kritisiert aber die Rechtsverschiebung der Liberalen. Unterdessen bereitet sich die FDP auf die Wahl eines neuen Vorsitzenden bei ihrem Parteitag im Mai vor.
Wissing war zuvor Generalsekretär der FDP, bevor er zu einer prägenden Figur in der Koalitionsregierung aufstieg. Sein Austritt folgt auf monatelange Spannungen, während die Partei in Landeswahlen an Unterstützung verlor. In Baden-Württemberg erreichte die FDP 2026 nur noch 4,4 Prozent der Stimmen und verfehlte damit den Einzug in den Landtag.
Unter der Führung von Christian Dürr, der seit Mai 2025 den Parteivorsitz innehat, setzte die FDP konsequent auf eine marktliberale, reformorientierte Ausrichtung. Dürr lehnte alternative Konzepte – etwa die von Marie-Agnes Strack-Zimmermann – ab und trieb stattdessen eine Erneuerung voran, ohne dabei den wirtschaftsliberalen Kern aufzugeben. Der gesamte Bundesvorstand trat vor dem Parteitag im Mai 2026 zurück, um ein neues Mandat zu suchen.
Wissing forderte die FDP auf, ihre Zukunft klar zu definieren. Er hinterfragte, welches politische Angebot die Partei den Wählern künftig unterbreiten wolle. Nun konkurrieren Dürr und Henning Höne um den Vorsitz – die Entscheidung fällt auf dem anstehenden Parteitag.
Die FDP steht vor einer wegweisenden Phase: Die Wahl im Mai wird zeigen, ob die Partei ihren bisherigen Kurs fortsetzt oder nach den jüngsten Wahlniederlagen strategisch nachsteuert. Wissings Abgang setzt die Liberalen unter Druck, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.






