10 May 2026, 12:07

Felix Banaszak will Männer mit Pink und Playboy für Feminismus gewinnen

Plakat mit der Aufschrift "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Inklusivität in den Toiletteneinrichtungen.

Felix Banaszak will Männer mit Pink und Playboy für Feminismus gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für einen neuen Ansatz ein, um junge Männer in feministische Debatten einzubinden. Zu seinen jüngsten Initiativen gehören ein Interview mit Playboy und der Aufruf, traditionelle Männlichkeitsbilder zu überdenken. Doch seine Ideen stoßen innerhalb und außerhalb der Partei auf sowohl Zustimmung als auch Skepsis.

Vor zwanzig Jahren war Pink für den Fußballer Tim Wiese kein Hindernis – er trug die Farbe auf dem Platz, ohne auf Widerstand zu stoßen. Jetzt hat auch Banaszak sie für sich entdeckt: Sein Büro hat er pink gestrichen und nutzt die Farbe als Symbol für den Bruch mit Geschlechterklischees. Seine These: Starre Rollenerwartungen schaden Männern genauso wie Frauen – und Männer sollten sich aktiv für Feminismus einsetzen.

Schon 2010 unterzeichneten 21 grüne Politiker ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich.“ Sven Lehmann, einer der Initiatoren, sagt heute, dass traditionelle Männerbilder in der Partei kaum noch Platz hätten. Doch aktuelle Wahldaten zeigen eine klare Kluft: Junge Männer unter 24 wählten mehrheitlich die rechtspopulistische AfD, während junge Frauen sich für linksgerichtete Parteien entschieden.

Banaszaks erster großer Versuch, junge Männer zu erreichen, war das Playboy-Interview, in dem er über männliche Privilegien und die Notwendigkeit von Veränderung sprach. Später gab er zu, sich für das Verhalten von Männern zu schämen – ausgelöst durch die öffentliche Anklage der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Schauspieler Christian Ulmen wegen Übergriffs. Rasmus Andresen, Europaabgeordneter der Grünen, unterstützt den Aufruf zu einem neuen Ton und fordert die Partei auf, gemeinsame Schnittmengen mit jungen Männern zu finden.

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Doch nicht alle sind überzeugt. Der Bundesfrauenrat hinterfragt Banaszaks „Männerpolitik“ und warnt, dass eine Verschiebung der Prioritäten Ressourcen von Frauenthemen abziehen könnte. Die Debatte offenbart eine wachsende Spannung innerhalb der Grünen: Wie lässt sich die Rolle der Männer in der Gleichberechtigung thematisieren, ohne die Kämpfe der Frauen zu vernachlässigen?

Banaszaks pinkfarbenes Büro und seine Medienpräsenz markieren einen Strategiewechsel. Doch die Partei steht nun vor der Herausforderung, diese widerstreitenden Prioritäten auszubalancieren. Wie sie damit umgeht, könnte ihre Anziehungskraft auf junge Wähler in den kommenden Jahren prägen.

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