Förderstopp für Energieeffizienz: MIT-Vorsitzende wirft Habeck Vertrauensbruch vor
Henry SchmittFörderstopp für Energieeffizienz: MIT-Vorsitzende wirft Habeck Vertrauensbruch vor
Die Vorsitzende des Solinger Bezirks des MIT Deutschland, Gerlinde Steingruber, hat die plötzliche Aussetzung der staatlichen Fördergelder für Energieeffizienz durch die Bundesregierung scharf kritisiert. Sie warf Wirtschaftsminister Robert Habeck vor, Versprechen zur klimafreundlichen Gebäudesanierung gebrochen zu haben. Ihre Äußerungen folgen auf die überraschende Einstellung eines zentralen Förderprogramms im Januar.
Am 24. Januar 2023 setzte die Bundesregierung das Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) abrupt aus – mit Verweis auf Haushaltszwänge. Die Entscheidung ließ Hausbesitzer und Unternehmen ohne die erwartete Unterstützung für energiesparende Modernisierungen zurück.
Steingruber bezeichnete den Schritt als „Vertrauensbruch“ der Koalition, die sich zuvor als Vorreiterin für Nachhaltigkeit präsentiert hatte. Sie warnte, dass steigende Immobilien- und Energiekosten in Kombination mit verschärften Bauvorschriften Wohneigentum für viele Familien noch unerschwinglicher machen würden. Neue Regelungen, darunter die Vorgabe, dass Heizsysteme ab 2025 zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, würden die finanzielle Belastung weiter erhöhen.
Der MIT, mit 25.000 Mitgliedern größter wirtschaftsnaher Verband Deutschlands, setzt sich seit Langem für pragmatische Wirtschaftspolitik ein. Steingruber forderte die sofortige Wiederaufnahme der BEG-Förderung und argumentierte, diese sei sowohl für den Klimaschutz als auch für bezahlbaren Wohnraum unverzichtbar.
Durch den Förderstopp sehen sich Hausbesitzer nun mit höheren Sanierungskosten konfrontiert – ohne staatliche Hilfe. Angesichts der bevorstehenden strengeren Energieregeln kritisieren Beobachter, dass die Politikwende Wohnen noch teurer machen werde. Der MIT drängt weiterhin auf eine Rücknahme der Entscheidung.
