GLS Bank schließt Konten der DKP – Proteste und rechtliche Folgen folgen
Henry SchmittGLS Bank schließt Konten der DKP – Proteste und rechtliche Folgen folgen
Die GLS Bank steht wegen ihrer Entscheidung, Konten politischer Gruppen zu schließen, in der Kritik. Der Schritt löste Proteste und rechtliche Schritte aus, woraufhin einige Kunden zu öffentlichen Sparkassen wechselten. Trotz der Kontroverse wurde die Bankführung auf einer jüngsten Mitgliederversammlung im Amt bestätigt.
Der Streit begann, als die GLS Bank ankündigte, Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der linksgerichteten Rechtshilfeorganisation Rote Hilfe zu schließen. Die Bankführung begründete dies mit rechtlichen und regulatorischen Verpflichtungen, die ihr keine andere Wahl ließen. Als Reaktion forderte die Initiative „Stop Debanking“ – unterstützt von Organisationen wie Robin Wood, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und Gliederungen der Linken – eine Rücknahme der Entscheidung.
Ein Gericht verfügte später, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Rote Hilfe vorläufig offenhalten muss. Die GLS Bank führte zudem Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sie Transaktionen vermeiden können, die regulatorische Prüfungen auslösen könnten. Trotz der Kritik stimmten auf der Mitgliederversammlung 676 von 720 Mitgliedern für die Beibehaltung des aktuellen Vorstands.
Die DKP hat inzwischen beschlossen, ihre Konten zu öffentlichen Sparkassen zu verlagern und damit die Zusammenarbeit mit der GLS Bank zu beenden. Die Konten der Rote Hilfe bei der GLS Bank bleiben nach öffentlichem Druck vorerst bestehen. Die Kampagne „Stop Debanking“ wies zudem darauf hin, dass Banken gesetzlich verpflichtet sind, verdächtige Transaktionen den Behörden zu melden.
Aysel Osmanoğlu, die bisher als öffentlichkeitswirksame Stimme des GLS-Bank-Vorstands auftrat, ist nicht mehr dessen Sprecherin.
Während die DKP nach Alternativen sucht, behält die Rote Hilfe vorerst Zugang zu ihren Geldern. Die GLS Bank betont, dass ihre Maßnahmen aufgrund finanzieller Vorschriften notwendig gewesen seien. Der Konflikt hat eine breitere Debatte darüber ausgelöst, wie Banken mit politisch sensiblen Kunden umgehen.
