07 May 2026, 00:11

Gräfrath-Marktfest: Warum 10 Euro Eintritt Senioren ausschließen könnten

Eine belebte Stadtstraße mit Fahrzeugen, einem Gehweg, Strommasten, Gebäuden, Bäumen und einem bewölkten Himmel, mit einem Gebäude mit der Aufschrift "Capas Public Market" im Vordergrund.

Gräfrath-Marktfest: Warum 10 Euro Eintritt Senioren ausschließen könnten

Gräfrath-Marktfest in Solingen: Streit um neue Eintrittsgebühr von 10 Euro

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Das traditionelle Gräfrath-Marktfest in Solingen sorgt für Aufsehen, nachdem die Veranstalter eine Eintrittsgebühr von 10 Euro eingeführt haben. Der Solinger Seniorenbeirat – insbesondere seine Arbeitsgruppe gegen Altersarmut – übt scharfe Kritik an dieser Entscheidung und wirft den Verantwortlichen vor, damit ältere Bürger mit festen Einkommen unzumutbar zu belasten. Da lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden, stehen viele Senioren nun vor der Frage, ob sie sich den Besuch des einst als Gemeinschaftsereignis geschätzten Festes überhaupt noch leisten können.

Die Debatte entbrannte, als die Organisatoren die neue Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten begründeten. Kritiker hinterfragen jedoch, warum allein die Besucher diese finanziellen Lasten tragen sollen. Der Seniorenbeirat fordert stattdessen alternative Lösungen wie gestaffelte Preise, Ermäßigungen für ältere Menschen oder eine stärkere städtische Förderung, um den Zugang zum Fest für alle zu sichern.

Auch der Vorschlag, zumindest den Sonntag als kostenlosen Familientag zu gestalten, wird vom Beirat als unzureichend zurückgewiesen. Für ältere Menschen, die allein leben, dürfe soziale Teilhabe nicht auf einen einzigen Tag beschränkt werden, argumentieren die Vertreter. Die 10-Euro-Gebühr drohe, das Fest von einer offenen Begegnungsstätte in eine exklusive Veranstaltung zu verwandeln – und damit genau die auszuschließen, die es sich am wenigsten leisten können.

Hinter dem Streit um das Marktfest stehen jedoch grundlegendere Sorgen: Die Altersarmut in Solingen nimmt zu, viele Senioren kommen mit kleinen Renten nur knapp über die Runden. Gerade solche Veranstaltungen haben für sie einen besonderen sozialen Stellenwert. Der Beirat betont, dass wirtschaftliche Zwänge nicht auf Kosten der gesellschaftlichen Teilhabe gehen dürfen.

Die neue Eintrittsgebühr macht die Spannung zwischen finanziellen Notwendigkeiten und sozialer Verantwortung deutlich. Ohne Nachbesserungen könnte das Fest seinen Charakter als Ort der Begegnung für alle Bürger verlieren. Der Seniorenbeirat setzt sich weiterhin für Lösungen ein, die sowohl die Kostenfrage als auch die Zugänglichkeit für alle Generationen in Einklang bringen.

Quelle