Jessica Krebbing übernimmt als erste Frau den Overdickshof in NRW
Jessica Krebbing, eine 30-jährige Landwirtin aus Hamminkeln in Nordrhein-Westfalen, wird bald den elterlichen Milchviehbetrieb übernehmen. Damit wird sie die erste Frau an der Spitze des Overdickshof sein und für die Bewirtschaftung von 200 Milchkühen, 100 Kälbern sowie Jungvieh verantwortlich sein. Ihr neuer Posten markiert einen Wandel in einer Branche, in der weibliche Führungskräfte nach wie vor eine Seltenheit sind.
Obwohl Frauen in der Region mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der Landwirtschaft stellen, wird nur jeder neunte Betrieb von einer Frau geleitet. Krebbings Ernennung steht somit sowohl für Fortschritt als auch für die anhaltenden Herausforderungen von Bäuerinnen in der Landwirtschaft.
Ihr Arbeitstag beginnt künftig um 6 Uhr morgens und umfasst Aufgaben wie Füttern, Melken, Besamung der Kühe, Einstreuen der Ställe und das Verschließen der Silos. Die automatischen Melkroboter des Betriebs haben die körperliche Belastung bereits verringert und schaffen so mehr Raum für Managementaufgaben. Diese Technologie hat auch dazu beigetragen, die Chancengleichheit für Frauen in der Landwirtschaft zu verbessern, wo schwere körperliche Arbeit einst die Möglichkeiten einschränkte.
Ihre Mutter, Christa Krebbing, wurde trotz ihrer gleichberechtigten Mitarbeit in der Betriebsführung oft übersehen und unterbewertet. Viele Frauen in der Landwirtschaft stemmen nach wie vor multiple Verantwortlichkeiten und treiben gleichzeitig Innovationen voran – insbesondere im Marketing und Direktvertrieb. In der Nähe haben Anne Unterhansberg und Lea Im Brahm Schlüsselrollen bei der Gestaltung des Direktvertriebs auf dem Buchholzhof in Mülheim übernommen.
Das Land fördert Bäuerinnen durch Vernetzungs- und Beratungsprogramme, die sie auf Führungsaufgaben vorbereiten sollen. Faire Bezahlung für die Frauen auf Krebbings Hof sichert zudem eine bessere Altersvorsorge und trägt dazu bei, langjährige Ungerechtigkeiten im Sektor abzubauen.
Krebbings Führung auf dem Overdickshof spiegelt einen allmählichen Wandel in der deutschen Landwirtschaft wider, in der Frauen zunehmend Spitzenpositionen besetzen. Mit staatlich unterstützten Initiativen und technologischem Fortschritt könnten weitere Frauen ihrem Beispiel folgen. Doch der geringe Anteil an von Frauen geführten Betrieben zeigt, wie viel noch zu tun bleibt, um echte Gleichberechtigung in der Branche zu erreichen.