Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund bleibt
Henry SchmittKirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund bleibt
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen leichten Rückgang der Austrittszahlen. Im Jahr 2025 verließen 84.440 Menschen die Kirche – weniger als im Vorjahr. Dennoch setzt sich der allgemeine Mitgliederschwund fort: Die Zahl der Katholiken sank von 5,8 auf 5,6 Millionen.
Das Erzbistum Köln meldete trotz des übergeordneten Trends einige positive Signale. Im Vergleich zu 2024 traten 2025 weniger Menschen aus, während gleichzeitig die Zahl der Erwachsenentaufen und der Gottesdienstbesucher stieg. Ende des Jahres zählte das Bistum noch rund 1,5 Millionen Katholiken.
Generalvikar Guido Assmann wertete diese Entwicklungen als Grund zur Hoffnung. Er betonte das wachsende Interesse an Gottesdiensten und Taufen als ermutigende Zeichen. Doch nicht alle Beobachter teilen seine Einschätzung.
Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die Fortschritte als oberflächlich und sprach von bloßer "Kosmetik". Er warnte vor tieferliegenden Problemen, insbesondere vor einem wachsenden Misstrauen gegenüber der Kirchenführung. Seine Äußerungen spiegeln die anhaltende Skepsis gegenüber der Zukunft der Institution wider.
In ganz Nordrhein-Westfalen ging die Gesamtzahl der Austritte aus der katholischen und der evangelischen Kirche leicht zurück. 2025 verließen 152.783 Menschen die Kirchen, nach 160.469 im Jahr 2024. Der Rückgang der Austritte hat jedoch wenig daran geändert, dass der langfristige Mitgliederschwund anhält.
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen zählt nun 5,6 Millionen Mitglieder – ein Rückgang um 200.000 seit der letzten Erhebung. Zwar sind 2025 weniger Menschen ausgetreten, doch Experten sind uneins, ob die leichten Zuwächse bei Gottesdienstbesuchen und Taufen einen nachhaltigen Wandel einläuten. Die Kirche steht weiterhin vor der Herausforderung, Vertrauen zurückzugewinnen und den allgemeinen Niedergang zu stoppen.