Maria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Moritz KellerMaria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung, die ihr vier Jahre nach ihrer Inhaftierung in Belarus verliehen wurde, würdigt ihren Einsatz für Demokratie in ihrer Heimat. In Deutschland lebend, setzt sie ihre Arbeit gemeinsam mit den Mitaktivistinnen Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja fort.
Kalesnikava erfuhr erstmals von der Preisverleihung, als sie noch im Gefängnis saß. Damals betrachtete sie die Auszeichnung als ein kraftvolles Zeichen europäischer Solidarität. Der Preis, den sie 2022 nur mit Zepkalo und Zichanouskaja teilte, unterstreicht ihren gemeinsamen Kampf für ein demokratisches Belarus – trotz gelegentlicher Unterschiede in der Herangehensweise.
Die Aktivistin genießt heute ihre Freiheit, doch die Zeit im Gefängnis hat sie tief geprägt. Entschlossen kämpft sie für die Freilassung noch inhaftierter Freunde und fordert gleichzeitig stärkeres Engagement Europas. Ihre klare Botschaft an die Regierungen lautet: Belarus muss als zukünftiger Partner wahrgenommen werden, nicht nur als Problem.
Kalesnikava ist überzeugt, dass der demokratische Wandel in Belarus unausweichlich ist, auch wenn der Fortschritt langsam bleibt. Der Karlspreis, der zuvor an Persönlichkeiten wie Wolodymyr Selenskyj und Papst Franziskus ging, steht nun als Symbol für ihren unermüdlichen Einsatz. Am Samstag beschrieb sie die Zeremonie als einen Moment grenzenloser Freude – besonders, weil ihre Familie an ihrer Seite war.
Die Auszeichnung reiht Kalesnikava unter die prominenten Fürsprecher für europäische Einheit und Demokratie ein. Ihre Arbeit gemeinsam mit Zepkalo und Zichanouskaja hält die internationale Aufmerksamkeit auf Belarus aufrecht. Ihr gemeinsames Ziel – ein freies und demokratisches Land – bleibt der Fokus ihres Engagements.