30 March 2026, 10:09

Massive Proteste in Bonn und Köln gegen sexualisierte Gewalt und Forderungen nach Reformen

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent, auf dem "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feministin" steht, auf einer Straße mit einem Fahrrad in der Nähe, Ballons, Drähten und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Massive Proteste in Bonn und Köln gegen sexualisierte Gewalt und Forderungen nach Reformen

Hunderte Demonstrant:innen gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und konkrete Maßnahmen zu fordern. Die Kundgebung folgte einer großen Demonstration in Köln am Vortag, an der mehr als 5.000 Menschen für dasselbe Anliegen teilgenommen hatten. Redner:innen bei beiden Veranstaltungen verlangten strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen und riefen Männer dazu auf, sich entschiedener gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen.

Die Bonner Protestaktion vor dem alten Rathaus am Marktplatz zog über 500 Teilnehmende an. Organisiert von einem Bündnis lokaler Parteien – Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD und Volt – spiegelte die Veranstaltung die wachsende öffentliche Empörung über jüngste Enthüllungen zu digitaler und physischer Gewalt wider.

Eine zuvor veröffentlichte Untersuchung des Spiegel hatte Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, aufgedeckt. Fernandes wirft Ulmen vor, in ihrem Namen gefälschte Social-Media-Profile angelegt zu haben, um mit Hunderten Männern sexuelle Chats zu führen, manipulierte erotische Bilder und Videos verbreitet sowie sie körperlich angegriffen zu haben. Ihre Anzeige bei der spanischen Polizei im Dezember des vergangenen Jahres stützt diese Behauptungen, während frühere Ermittlungen in Deutschland mangels Beweisen eingestellt worden waren.

Nach der Spiegel-Veröffentlichung nahm die Staatsanwaltschaft Itzehoe den Fall unter dem Gesichtspunkt der Nachstellung (§ 238 StGB) wieder auf und begründete dies mit einem Anfangsverdacht. Ulmen hat sich bisher nicht öffentlich geäußert; die Unschuldsvermutung bleibt bestehen. Der Fall hat seitdem mediale Debatten über Berichtsstandards und die Rolle von Männern bei der Bekämpfung von Gewalt ausgelöst.

Auf der Bonner Kundgebung kritisierte Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, die Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zu diesem Thema. Achtermeyers Forderung nach schärferen gesetzlichen Regelungen wurde mit lautem Applaus bedacht, während weibliche CDU-Politikerinnen der Frauen-Union auf zurückhaltendere Reaktionen stießen, als sie bessere Schutzmechanismen für Frauen forderten.

Die Proteste in Bonn und Köln unterstreichen die weitverbreitete Besorgnis über sexualisierte Gewalt in der Rheinregion. Angesichts der erneuten juristischen Prüfung der Vorwürfe von Fernandes und des wachsenden öffentlichen Drucks rückt das Thema zunehmend in den Mittelpunkt politischer und gesellschaftlicher Diskussionen. Behörden und Interessensvertretungen sehen sich nun mit steigenden Forderungen nach konkreten Lösungsansätzen konfrontiert.

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