Neues Werkzeugset revolutioniert die Erforschung von IRES-Elementen in der mRNA-Forschung
Henry SchmittNeues Werkzeugset revolutioniert die Erforschung von IRES-Elementen in der mRNA-Forschung
Forscher des Universitätsklinikums Bonn, der Universität Bonn und der Stanford University haben ein neues Werkzeugset zur Charakterisierung von Internal Ribosomal Entry Sites (IRES) entwickelt. Damit schließen sie eine lang bestehende Lücke in der IRES-Forschung, der bisher ein einheitlicher Standard für zuverlässige Analysen fehlte.
Die Arbeitsgruppe „Immunobiochemie“ unter der Leitung von Professorin Kathrin Leppek untersucht, wie Ribosomen direkt mit mRNA-Molekülen interagieren, um die Proteinsynthese zu steuern. IRES-Elemente spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie die Translation initiieren und so die Genexpression regulieren.
Das neu entwickelte Werkzeugset führt Methoden wie zirkuläre RNA-Reporter und die quantitative Färbung einzelner mRNA-Moleküle ein. Diese Techniken ermöglichen eine robuste Charakterisierung von IRES in eukaryotischen Zellen. Die Ergebnisse wurden am 13. März 2025 in der Fachzeitschrift The EMBO Journal veröffentlicht (DOI: https://doi.org/10.1038/s44318-025-00404-5).
Die beteiligten Einrichtungen halten ein Patent auf wirksame nicht-virale IRES-Sequenzen, die die Translation zirkulärer RNA verbessern. Die Forschung wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Universität Bonn gefördert. Besonders starke IRES-Elemente, die mit dem neuen Werkzeugset identifiziert wurden, könnten Anwendungen in der synthetischen Biologie und der Entwicklung neuer mRNA-basierter Therapien finden.
Das Werkzeugset setzt einen neuen Goldstandard für die IRES-Charakterisierung. Es bietet Forschern zuverlässige Methoden, um die Initiation der Translation zu untersuchen, und unterstützt Fortschritte in der mRNA-basierten Therapieentwicklung. Die Arbeit stellt einen bedeutenden Schritt vorwärts dar – sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die angewandte Molekularbiologie.
