05 April 2026, 04:08

NRW erhält 10 Milliarden Euro – doch reicht das für Schulen und Kitas?

Kinder sitzen an Tischen in einem Klassenzimmer mit Büchern und Stiften auf den Tischen, Papieren an der Wand hinter ihnen.

NRW erhält 10 Milliarden Euro – doch reicht das für Schulen und Kitas?

Nordrhein-Westfalen (NRW) erhält 10 Milliarden Euro aus dem Bundesinfrastrukturfonds – die Hälfte der Summe soll in Bildungsprojekte im gesamten Land fließen. Doch Kritiker monieren, dass die Mittel den tatsächlichen Bedarf von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen bei Weitem nicht decken.

Das Land hatte zuvor die Initiative "Gute Schule 2020" umgesetzt, die jährlich 500 Millionen Euro für Schulrenovierungen bereitstellte. Mit den neuen Bundesgeldern sieht sich NRW nun mit Forderungen konfrontiert, langjährige Defizite in der frühkindlichen Bildung endlich zu beheben.

Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD, übt scharfe Kritik am aktuellen "Grundzeitenmodell" in der Kinderbetreuung. Er warnt, dieses System berge die Gefahr einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft", in der einige Familien leichter Zugang zu verlängerten Betreuungszeiten hätten als andere. Seine Lösung: Statt die Subventionen für längere Öffnungszeiten zu erhöhen, solle das Geld in die bessere Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern fließen.

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Maelzer wies zudem darauf hin, dass die Vergütung für die praxisintegrierte Ausbildung von Erzieherfachkräften seit fünf Jahren nicht angehoben wurde. Er fordert eine sofortige Erhöhung der Mittel, statt auf umfassendere Reformen zu warten. Die fehlenden aktuellen Zahlen zu registrierten Betreuungseinrichtungen in NRW verstärken zudem die Unsicherheit, wie die neuen Gelder verteilt werden sollen.

Die 10 Milliarden Euro werden die Bildung in NRW zwar stärken – doch die Debatte darüber, wie das Geld am sinnvollsten eingesetzt wird, geht weiter. Ohne Änderungen bei der Ausbildungsvergütung oder dem Grundzeitenmodell, so Kritiker wie Maelzer, könnte sich die Ungleichheit in der Kinderbetreuung weiter verschärfen. Nun steht das Land vor der Herausforderung, Sanierungen, Personalausstattung und gerechten Zugang zu Betreuungsangeboten unter einen Hut zu bringen.

Quelle