NRW kämpft für gleichen Mutterschutz für selbstständige Frauen wie Angestellte
Moritz KellerNRW kämpft für gleichen Mutterschutz für selbstständige Frauen wie Angestellte
Nordrhein-Westfalen drängt auf besseren Mutterschutz für Selbstständige
Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen setzt sich für einen stärkeren Mutterschutz für selbstständige Frauen ein. Mit einer Bundesratsinitiative, gestützt durch eine Machbarkeitsstudie und ein breites Bündnis, will das Land die Situation verbessern. Derzeit bringen in Deutschland jährlich rund 27.000 selbstständige Frauen Kinder zur Welt – ohne die gleichen Absicherungen wie angestellte Mütter.
Die Westdeutsche Handwerkskammer (WHKT) hat auf Basis ihrer Machbarkeitsstudie konkrete Vorschläge vorgelegt. Kernstück ist ein einmaliger, pauschaler Lohnersatz während der Mutterschutzfrist. Damit soll die finanzielle Lücke geschlossen werden, die selbstständige Mütter derzeit haben.
Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte, dass eine Schwangerschaft niemals als Berufsrisiko betrachtet werden dürfe. Ihr Ministerium hatte kürzlich in Berlin mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft beraten, wie die Pläne umgesetzt werden können.
Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden im Juli offiziell vorgestellt. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens fordert seit Langem einen gesetzlichen Mutterschutz für Selbstständige – mit dem Argument, dass freiberuflich tätige Frauen dieselbe Sicherheit verdienen wie angestellte Mütter.
Falls die Vorschläge angenommen werden, erhielten tausende selbstständige Frauen während der Schutzfrist nach der Geburt finanzielle Unterstützung. Ob das Vorhaben gelingt, hängt nun von weiterer politischer Rückendeckung und den Ergebnissen der Juli-Studie ab. Die Initiative spiegelt ein wachsendes Bewusstsein wider, dass faire Schutzstandards für alle Beschäftigungsformen notwendig sind.
