NRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Ermittlungskompetenz für die Zukunft
Henry SchmittNRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Ermittlungskompetenz für die Zukunft
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für digitale Ermittlungskompetenz
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten zur digitalen Ermittlungsarbeit deutlich auszubauen. Das im September 2024 eingeführte Projekt „Digitale Streife“ markiert eine bedeutende Erweiterung der Open-Source-Intelligence-(OSINT)-Kapazitäten im gesamten Bundesland. Fast 100 Beamte sind mittlerweile eingebunden, unterstützt von einem wachsenden Expertenteam beim Landeskriminalamt (LKA).
Die OSINT-Abteilung des LKA hat sich rasant entwickelt: Aus einem kleinen Zweier-Team ist eine vollwertige Unterabteilung mit 16 Spezialisten geworden. Zu dem Team gehören IT-Fachleute, Soziologen und Politikwissenschaftler, die sich auf die Gewinnung von Erkenntnissen aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien konzentrieren. Geleitet wird der Bereich von Fabian Coenen, einem 42-jährigen Kriminalbeamten, der in Düsseldorf die Unterabteilung 22.2 für politisch motivierte Kriminalität verantwortet.
Im Rahmen der „Digitalen Streife“ wurden zudem zehn neue Stellen beim LKA geschaffen und fast 100 weitere Beamte in sechs Staatsschutzbehörden eingebunden. Diese Einheiten bieten OSINT-Unterstützung im Schnellverfahren für dringende Einsätze und stärken so die Fähigkeit der Polizei, in kritischen Lagen schnell zu handeln.
Ein zentraler Baustein der Expansion ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder an der Landesschule für Polizei in Neuss, hat ein standardisiertes Zehn-Module-Programm entwickelt. Seine Kurse stellen sicher, dass sowohl Neueinsteiger als auch erfahrene Beamte einheitliche OSINT-Kenntnisse erwerben. Jannik Doktorowski, ein 39-jähriger Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld, hat die Schulung kürzlich absolviert und sie als „OSINT auf neuem Niveau“ bezeichnet.
Das Projekt steht für einen strukturierten Ansatz, die Polizeiarbeit durch digitale Expertise zu modernisieren. Mit erweiterten Teams, spezialisierter Ausbildung und schnellen Einsatzgruppen ist die nordrhein-westfälische Polizei nun besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu begegnen. Im Fokus bleibt die Nutzung öffentlich verfügbarer Daten, um Ermittlungen und Maßnahmen zur Sicherheit des Landes zu unterstützen.
