NRW sagt Nein zur flächendeckenden Stallpflicht für Geflügel – warum Tierschutz vor Prävention geht
Amelie KleinKeine fl├Ąchendeckende Hühnerverschlüsselung in NRW - NRW sagt Nein zur flächendeckenden Stallpflicht für Geflügel – warum Tierschutz vor Prävention geht
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) lehnt flächendeckende Stallpflicht für Geflügel in Nordrhein-Westfalen ab
Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) hat Forderungen nach einer generellen Stallpflicht für Geflügel im gesamten Bundesland zurückgewiesen. Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund von Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes und der Belastung für kleine Betriebe. Branchenverbände drängen indes weiter auf bundesweit strengere Auflagen.
Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft fordert eine pauschale Stallpflicht, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Gorißens Ministerium argumentiert jedoch, dass eine solche Maßnahme Vögeln schaden würde, die an Auslauf gewöhnt sind. Eine zwangsweise Unterbringung in geschlossenen Ställen könnte unnötigen Stress auslösen, warnen Beamte.
Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium betonte, dass die Seuchenbekämpfung in die Zuständigkeit der Länder falle. Da die örtlichen Gegebenheiten stark variieren, sei eine einheitliche Regelung kaum umsetzbar. Eine verpflichtende Umstellung auf Stallhaltung würde vor allem kleine Höfe stark belasten und zu erheblichen finanziellen Mehrkosten führen.
Gorißens Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung vor der Einführung neuer Vorschriften. Künftige Maßnahmen müssten Gesundheitsrisiken, Tierschutz und wirtschaftliche Realitäten in Einklang bringen.
Nordrhein-Westfalen wird vorerst keine generelle Stallpflicht für Geflügel vorschreiben. Die Ablehnung spiegelt Sorgen um Tierstress und die finanzielle Belastung der Landwirte wider. Die Debatte dürfte jedoch weitergehen, während Wirtschaft und Politik Krankheitsprävention gegen praktische Herausforderungen abwägen.






