NRW setzt auf freiwillige Rückreisen abgelehnter Asylbewerber statt teurer Abschiebungen
Marie FuchsNRW setzt auf freiwillige Rückreisen abgelehnter Asylbewerber statt teurer Abschiebungen
Nordrhein-Westfalen drängt auf mehr freiwillige Ausreisen abgelehnter Asylbewerber
Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will die Zahl der freiwilligen Rückkehren abgelehnter Asylsuchender erhöhen. Dazu soll das Beratungsangebot ausgebaut werden – geplant sind 24,5 neue Stellen für dieses Vorhaben. Behörden argumentieren, dass freiwillige Rückführungen kostengünstiger seien als Abschiebungen, die pro Charterflug oft Hunderttausende Euro verschlingen.
Hintergrund ist der wachsende Druck, die Zahl der abgelehnten Asylbewerber, die im Land bleiben, zu verringern. Ein aktuelles Beispiel ist Mahammad Zeynalov, ein Aserbaidschaner, dessen Asylantrag abgelehnt wurde. Nach seiner Entscheidung zur Rückkehr in die Heimat erhielt er 6.000 Euro finanzielle Unterstützung. Zeynalov bezeichnet seinen Entschluss im Nachhinein als richtig.
Auch die Familie Demir aus der Türkei hat sich entschieden, noch vor einer endgültigen Entscheidung über ihren Asylantrag auszureisen. Ihr Fall steht für einen größeren Trend, der durch Initiativen wie das "Hammer Modell" gefördert wird: In den vergangenen drei Jahren wurden so 753 freiwillige Ausreisen organisiert.
Behörden betonen die Vorteile freiwilliger Rückkehren, etwa finanzielle Hilfen oder die Möglichkeit, im Heimatland ein Unternehmen zu gründen. Die Kosten für Zwangsabschiebungen bleiben hingegen ein zentrales Problem – allein ein Charterflug nach Pakistan schlug kürzlich mit über 400.000 Euro zu Buche.
Mit dem Fokus auf freiwillige Ausreisen will das Land die finanziellen und logistischen Belastungen von Abschiebungen verringern. Durch erweiterte Beratungsangebote und finanzielle Anreize könnte sich die Zahl der eigenständigen Rückkehren erhöhen. Die Neuausrichtung der Politik folgt auf Jahre steigender Kosten und verwaltungstechnischer Herausforderungen bei der Durchsetzung von Abschiebungen.






