22 March 2026, 18:08

NRW verschärft Schulregeln nach dramatischem Anstieg der Gewaltvorfälle

Ein Klassenzimmer mit Schülern in Gesichtsmasken, die sitzen und stehen, mit Büchern auf Tischen, Fenstern, einer Tür, Deckenlampen und Ventilatoren im Hintergrund.

NRW verschärft Schulregeln nach dramatischem Anstieg der Gewaltvorfälle

Nordrhein-Westfalen verschärft Schulregeln nach Zunahme gewalttätiger Vorfälle

Nach einem Anstieg gewalttätiger Zwischenfälle will Nordrhein-Westfalen die Disziplinarmaßnahmen an Schulen verschärfen. Die Landesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Lehrkräften und Schulleitungen erweiterte Befugnisse einräumt, um störende Schülerinnen und Schüler von der Teilnahme auszuschließen. Die Änderungen zielen darauf ab, die Sicherheit zu verbessern und wachsende Bedenken hinsichtlich des Verhaltens im Unterricht zu adressieren.

Die geplanten Reformen folgen auf Jahre zunehmender Gewalt an Schulen. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 73 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter im Land in den vergangenen fünf Jahren Vorfälle von Gewalt gegen Lehrkräfte verzeichneten. Körperliche Angriffe waren besonders verbreitet: 43 Prozent der Schulen berichteten von solchen Fällen, während 66 Prozent der Schulleitungen eine generelle Zunahme aggressiven Verhaltens feststellten.

Laut dem neuen Entwurf erhalten Schulleitungen die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler umgehend vom Unterricht oder schulischen Veranstaltungen auszuschließen, wenn sie eine ernsthafte Gefahr darstellen oder den Schulbetrieb stören. Bei schweren Verstößen könnten solche Ausschlüsse bis zu vier Wochen andauern. Zudem werden "pädagogische Maßnahmen" ausgeweitet: Betroffene können in andere Klassen versetzt oder vorübergehend vom Unterricht befreit werden.

Das Schulministerium betont, dass jede Krise eine maßgeschneiderte Lösung erfordert. Zwar gebe es keine universelle Strategie, doch werden Schulen dazu ermutigt, eigene Interventionspläne zu entwickeln. Ein Beispiel ist die Kaufmännische Schulen Tecklenburger Land, die ihren Ansatz bereits an den landesweiten Notfallordner von 2023 angepasst hat – eine Richtlinie, die auf rechtlichen Vorgaben und ministerieller Unterstützung basiert.

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Der Gesetzentwurf präzisiert sowohl disziplinarische Maßnahmen als auch pädagogische Eingriffsmöglichkeiten, um sie transparenter und wirksamer zu gestalten. Die Verantwortlichen unterstreichen, dass es nicht allein um Bestrafung gehe, sondern um die Schaffung sicherer und stabiler Lernumgebungen.

Die Reformen statten die Schulen in Nordrhein-Westfalen mit erweiterten rechtlichen Instrumenten aus, um Störungen und Bedrohungen zu begegnen. Angesichts der steigenden Gewalt sollen die Änderungen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler schützen und gleichzeitig sicherstellen, dass der Fokus im Klassenzimmer auf der Bildung bleibt. Die finale Fassung des Gesetzes soll in den kommenden Monaten in Kraft treten.

Quelle